WACKER-PRÄSIDENT NICO KLEOFAS IM NNZ-GESPRÄCH

„Dieser Stachel sitzt tief“

Aus der nnz-online übernommen:

„Dieser Stachel sitzt tief“

Am Samstag hatte Wacker-Geschäftsstellenleiter Mathias Geidel Geburtstag. Kein Problem, so der Plan des Wacker-Präsidenten, da bringen wir ihm aus Gera ein Geburtstagsgeschenk mit. Stattdessen war viel Frust zu spüren, noch heute…

Hat die Mannschaft ein Einstellungsproblem? (Foto: Bernd Peter)
… „steckt der Spielverlauf in Gera mir noch immer in Mark und Knochen“, gibt Nico Kleofas im Gespräch mit der nnz unumwunden zu.

Etwas ungläubig muss man schon auf die Analyse der Spiele gegen Cottbus und Gera schauen. Auf nur einer Position hatte Trainer Volkan Uluc die Startelf verändert und dann liefert die Mannschaft nach der tollen Leistung gegen Cottbus einen derart desaströsen Auftritt gegen einen Oberligisten ab, der zudem noch über einen langen Zeitraum mit einem Mann weniger agierte.

„Ich sehe bei einigen unserer Spieler Probleme bei deren professioneller Einstellung und daraus müssen Konsequenzen gezogen werden. Das Präsidium wird den Spielern nicht viel Zeit geben, selbst die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen. Geschieht das nicht, dann werde ich mit dem Trainer zusammen notwendige Schlüsse ziehen und Maßnahmen einleiten“, so Kleofas.

Nach dem Pokalaus ist für Kleofas die „Saison durch“, denn – wir erinnern uns an die Mitgliederversammlung des Vereins – das Erreichen des Pokalfinales war ein zentrales Ziel in dieser Saison. So leicht, wie es die Mannschaft in dieser Pokalrunde hatte und noch hätte haben könnte, so leicht und so schnell wird das vermutlich nicht wieder passieren. Rot Weiß raus, Meuselwitz raus, eventuell kein Endspiel im Steigerwald-Stadion – was will man mehr?

Eigentlich beste Voraussetzungen für das Team und dann diese Fahrlässigkeit. „Ich hätte mir gewünscht, dass Jerome beim Stand von 2:3 in der Verlängerung einfach den Ball nimmt, ihn in die Maschen hämmert und sich damit für den verschossenen Elfer gegen Cottbus revanchiert“, analysiert Nico Kleofas vielleicht die entscheidende Szene des Pokalspiels.

Wie aber soll ein Präsidium auf die derzeitige Situation reagieren? Sicher, in der Winterpause kann an zwei oder drei Stellschrauben gedreht werden und vielleicht stehen Spieler auf der einen oder anderen Position auch zur Disposition, doch den „Wunderstürmer“, den gibt es für das Geld, was Wacker auszugeben bereit ist, eben nicht.

„Das weiß auch unser Trainer, der sich des uneingeschränkten Vertrauens meiner Präsidiumskollegen und meiner Person 100prozentig sicher sein kann. Er geht den mit uns abgestimmten Weg weiter und er wird seinen Job weiter so wie bisher machen. Von den Spielern erwarte ich jedoch ein Umdenken. Sie arbeiten und spielen bei Wacker unter professionellen Bedingungen und müssen das jeden Tag zurückgeben“, gibt der Präsident die Marschrichtung vor und macht noch auf einen Unterschied aufmerksam, der allerdings ein momentanes Zeugnis ist. „Ich sah nach dem Debakel in Gera bei Volkan Tränen in den Augen, bei den Spielern nicht. Und das genau ist das, was ich mit Einstellung meine.“
Peter-Stefan Greiner