Spielbericht - Niederlage im Spitzenspiel

Wacker fehlt das Quäntchen Glück

Leidenschaftlich kämpfende Nordhäuser brachten den Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC nicht zu Fall. Zwei ruhende Bälle, ein Freistoß und ein Hand-Elfmeter, sorgten für die Entscheidung im Stadion an der Gellertstraße in Chemnitz. Vor 5.578 Zuschauern musste sich das Team von Trainer Volkan Uluc mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Wacker startete stark, dominierte die erste Hälfte und erarbeitete sich die besseren Möglichkeiten. In den zweiten 45 Minuten nahm die Partie gehörig an Fahrt auf, die Chemnitzer präsentierten sich effektiver und fügten den Nordhäusern die erste Saisonniederlage zu.
Die Gäste sorgten für das erste Achtungszeichen. Der für Sebastian Heidinger in die Startelf gerückte Benjamin Kauffmann setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte weit in den Strafraum, Florian Beil nahm den Ball direkt und prüfte erstmals Jakub Jakubov. Die Nordhäuser präsentierten sich bissiger, aggressiver und übten gehörig Druck auf den Gegner aus. Die nächste Großchance wurde in der 18. Minute notiert: Nach einer Flanke kam Benjamin Kauffmann zum Kopfball, erneut war Jakub Jakubov auf dem Posten. Im Gegenzug gab es einen Konter über Rafael Garcia, der auf Frahn passen wollte, doch der Chemnitzer Stürmer bekam den Ball nicht unter Kontrolle.
In der 27. Minute landete ein von Daniel Frahn ausgeführter Freistoß, aus mehr als 20 Metern, direkt in den Armen von Wackers Keeper Jan Glinker. Dennis Grote probierte es aus der zweiten Reihe und zog links am Kasten vorbei (31.). Die Schlussphase gehörte wieder den in rot-weiß gekleideten Nordhäusern. Tobias Becker mit einem direkten Freistoß aus 30 Meter. Doch kein Problem für Jakub Jakubov (36.). Nach einer Ecke vergab Benjamin Kauffmann, sein Schuss aus etwa 25 Metern ging rechts vorbei (41.). Die Nordhäuser dominierten die ersten 45 Minuten, spielten leidenschaftlich auf und verpassten in einer intensiv geführten Partie die Führung.
Diese erzielte der Gastgeber nur wenige Minute nach Wiederanpfiff. Nach einem von Matti Langer ausgeführten Freistoß war es Daniel Frahn, der ungestört einköpfen konnte (49.). Die Gäste zeigten sich keinesfalls geschockt. Die Antwort kam prompt: Nach einer Flanke von Christoph Göbel scheiterte Florian Beil aus Nahdistanz am starken Jakub Jakubov (51.). Die Partie nahm nun gehörig an Fahrt auf, die Zuschauer sahen tolle Offensivaktionen auf beiden Seiten. Die nächste erarbeiteten sich die Gäste durch Dejan Bozic, Jan Glinker parierte stark (56.). Fast der Ausgleich: Der zuvor eingewechselte Oliver Genausch mit einem Seitfallzieher, der Ball knallte an die Lattenunterkante (59.).
Große Aufregung in der 65. Minute: Daniel Frahn allein im Strafraum gegen Wackers Kapitän Jerome Propheter. Beim Abwehrversuch prallte der Ball aus kurzer Distanz an den Arm des Innenverteidigers. Die Nordhäuser protestierten – vergeblich. Schiedsrichter Max Burda zeigte auf den Elfmeterpunkt. Dennis Grote verwandelte den Strafstoß – 2:0 (66.). Danach hätte es fast das 3:0 gegeben. In der 72. Minute gab es Freistoß für Chemnitz, ausgeführt von Matti Langer. Der Ball kam zu Daniel Frahn, der fünf Meter vor Jan Glinker fast unbedrängt hätte einnetzen können Wackers Schlussmann war zur Stelle. Durchatmen bei den Gästen. Nur 180 Sekunden später lag der Anschlusstreffer in der Luft. Ein von Marcell Sobotta ausgeführter Freistoß landete bei Oliver Genausch, der den Ball aus über fünf Metern über das Tor köpfte. Die Nordhäuser steckten nicht auf und kämpften bis zum Schlusspfiff. Es reichte nicht.
„Es war ein schöner Sieg. Keine Frage. Wir haben lange ein Spiel auf Augenhöhe gesehen. Aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg nicht unverdient“, resümierte David Bergner. Sein Gegenüber Volkan Uluc trauerte etwas anderem hinterher: „Die Chancen, die du in Chemnitz hast, musst du auch nutzen und das nötige Quäntchen Glück haben.“
Wacker: Glinker – Kovac, Esdorf, Propheter, Göbel (70. Andacic), Becker, Sobotta, Pluntke, Kauffmann (56. Genausch), Beil (67. Merkel), Kammlott
Chemnitz: Jakubov – Itter, Velkov, Hoheneder, Gesien – Müller, Langer (71. Karsanidis), Grote, Garcia (88. Hovi) – Bozic (69. Milde), Frahn