Nachbericht Bautzen gegen Wacker

Wacker verzweifelt am Torfluch

Lastet auf Wacker ein Fluch? Wackers Angreifer zünden einfach nicht. Obwohl die Mannschaft über reichlich Offensiv-Qualitäten verfügt. Vor dem 14. Spieltag in der Fußball-Regionalliga standen 13 Treffer auf der Habenseite. An der mageren Statistik änderte auch die Auswärtsfahrt nach Bautzen nichts. Trotz bester Chancen musste sich das neu formierte Team um Interimstrainer Tino Berbig knapp mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.

Es war die erste Woche nach der Trainerentlassung von Volkan Uluc. Als „turbulent“ bezeichnet Berbig die vergangenen Tage. Der 38-Jährige stellte sich der ihm anvertrauten Aufgabe. Aber nicht allein. An seiner Seite Co-Trainer Matthias Peßolat, der zuletzt in der 2. Mannschaft (Oberliga) kickte. Ihre erste Bewährungsprobe als Trainer-Gespann sollte sie nach Bautzen führen. Vor 315 Zuschauern auf der Müllerwiese waren beide Mannschaften auf Wiedergutmachung aus. Wacker arg gebäutelt nach der 1:5-Niederlage gegen den Berliner AK, Bautzen ging in der Vorwoche beim Tabellenschlusslicht Optik Rathenow mit 1:4 unter.

Nach knapp 100 Sekunden war es passiert: Bautzen mit einem Schnellstart und der frühen Führung durch Kevin Bönisch, der freistehend den Ball versenkte. „Es ist äußerst ärgerlich wenn Du gleich am Anfang bei der ersten Aktion ein Gegentor bekommst. Das haben wir uns auch anders vorgestellt“, sagte Berbig. Wacker erholte sich schnell von dem Schockmoment, machte Druck und drängte auf den Ausgleich. Nach einer Ecke für Wacker kam der Ball zu Carsten Kammlott, dessen Versuch blockte Denny Krahl ab. In der 19. Minute lagen sich Florian Esdorf und Oliver Genausch schon jubelnd in den Armen. Der Kopfballtreffer von Esdorf zum 1:1-Ausgleich wurde nicht gegeben. Der Treffer fiel aus abseitsverdächtiger Position. Einfach nur zum Haareraufen.

Wacker blieb die aktivere Mannschaft. In der 36. Minute passte Genausch auf Mateo Andacic, der mit seinem Versuch an Bautzens Keeper Maik Ebersbach scheiterte. Nur eine Minute später war Genausch hellwach. Er fing einen Fehlpass von Ebersbach ab, spielte auf Marcell Sobotta und dieser zog einfach mal ab. Doch erneut war ein Bein eines Bautzeners dazwischen, so dass der Ball links am Tor vorbeiflog. Es war wie verhext. Wacker marschierte, investierte und wurde bis zum Pausenpfiff nicht belohnt.

Gleiches Bild in Halbzeit zwei: Wacker machte das Spiel. In der 50 Minute gab es einen Freistoß für Wacker. Im Nachsetzen flankte Sebastian Heidinger auf Christoph Göbel, dessen Schuss zu lasch ist. Ebersbach war sofort am Ball. Neun Minuten später die nächste gute Spielszene für Wacker. Nach schönem Doppelpass zwischen Genausch und Heidinger jagte letzterer den Ball über das Gehäuse. Wacker kämpfte weiter, irgendwann musste dieser Knoten doch endlich platzen. Es blieb bei Versuchen. Wie in der 79. Minute. Nach einer Ecke von Sobotta landete der Ball bei Genausch, der auf den besser platzierten Esdorf (direkt vorm Tor) weiterleitete. Ebersbach klärte. Wacker schaffte es bis zum Schlusspfiff nicht, seine spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Bautzens Defensive mit einem stark haltenden Ebernsbach ließ nichts zu.

Niedergeschlagenheit und Stille herrschte nach dem Abpfiff. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles versucht. Und sind wirklich an die Grenzen gegangen und haben versucht nach vorne zu spielen. Es waren nicht viele Chancen im Spiel zu sehen, für Bautzen auch nicht: Sie machen das 1:0 und versuchen das legitimerweise über die Zeit zu bringen. Wir haben es nach vorne versucht und bis zum Sechzehner ganz gut gespielt. Klare Chancen bis auf eine hatten wir nicht, haben aus einem Meter den Ball nicht über die Linie gekriegt“, resümierte Berbig.

Aufstellung: Glinker – Heidinger, Esdorf, Propheter, Becker (70. Chaftar), Genausch, Beil (78. Kirchner), Kammlott, Göbel, Andacic (63. Medjedovic), Sobotta

Fotorechte: FSV Budissa Bautzen