Wacker siegt im letzten Heimspiel ungefährdet

Den Bronzeplatz souverän gesichert

Wacker siegt im letzten Heimspiel ungefährdet

FSV Wacker 90 Nordhausen – FSV Optik Rathenow 3:1 (1:0)

 

Marco „Toni“ Sailer und Torsten Klaus wurden vom Präsidium verabschiedet

Vor dem Spiel wurden zwei sehr besondere Wackerspieler vom Präsidium verabschiedet. Der Torjäger Torsten Klaus, der seit 2006 mit Unterbrechungen für Wackers erste und zweite Mannschaft gespielt hatte, wird im nächsten Jahr Co-Trainer der U23. Und Marco „Toni“ Sailer wurde unter dem Applaus der Nordhäuser Fußballfreunde für sein Engagement in der Rolandstadt gedankt. Zum letzten Heimspiel der Saison stellte Wacker-Coach Heiko Scholz mit Erik Schneider ein echtes Nordhäuser Eigengewächs in die Anfangsformation auf der rechten Verteidigerposition. Von Beginn an spielte auch Stepan Kores im MIttelfeld für den gesperrten Cihan Ucar. Ein von beiden Mannschaften offen geführtes Spiel nahm nach einer Viertelstunde Fahrt auf, als Optik sich öfter in die Wacker-Hälfte traute und die Hausherren im eigenen Stadion konterten. Nach 23 Minuten eroberte der junge Schneider den Ball an der Mittellinie, lief auf der rechten Bahn davon und bediente in der Mitte Oliver Genausch, der sich diese Gelegenheit nicht entgehen ließ und aus spitzem Winkel locker zur Führung einnetzte. Auch in der Folge bekamen die Gäste immer dann Schwierigkeiten, wenn es bei Wacker schnell ging. Weitere Tore konnten die Fans trotz bester Möglichkeiten ihrer blau-weißen Lieblinge bis zum Pausenpfiff leider nicht mehr bejubeln, obwohl sich allein Joy-Lance Mickels einige Großchancen boten.
Zu Beginn der zweiten Hälfte sollte sich das rächen. Wie aus dem Nichts fand in der 49. Minute ein Freistoß des Rathenowers Hellwig seinen kuriosen Weg ins Tor. Torhüter Glinker war in die richtige Ecke abgetaucht, aber irgendwie rutschte ihm das Leder zwischen den Fingern hindurch. Als die reichlich 600 Zuschauer noch geschockt vom Ausgleich die Köpfe schüttelten, fuhr Wacker einen guten Angriff über die linke Seite, der nach einem Abwehrversuch der tapfer kämpfenden Rathenower bei Stepan Kores landete. Unter den Augen seiner Braut Iveta Luzumova knallte der Tscheche die Kugel volley unhaltbar in die Maschen. Ein Traumtor. Im Laufe der Spielzeit zog sich Wacker etwas zurück, während die Optiker mit dem Mute der Verzweiflung, allerdings auch spielerisch limitiert, alles nach vorn warfen. Ein Abseitstor von Maurice Pluntke und ein zu lascher Abschluss von Carsten Kammlott, nach einer schönen Stafette über die linke Angriffsseite, hätten die Partie nach einer Stunde entscheiden können. Optik drückte nun auf den Ausgleich, Wacker tat nicht mehr als nötig und das Spiel verflachte zusehends. Schließlich fiel die Entscheidung wie so oft in den letzten Spielen durch den wieder gut aufgelegten Nordhäuser Mittelstürmer Carsten Kammlott, der elf Minuten vor Ultimo einen Pass aus der eigenen Hälfte aufnahm, davonstürmte und den Ball am herausstürzenden Torhüter Zwick vorbei in den Kasten schoss.
Am Ende stand ein hart erarbeiteter Wackersieg, der aufgrund der reiferen Spielanlage und größeren individuellen Klasse absolut verdient war. Ein Sonderlob gab es in der Pressekonferenz für den Debütanten Erik Schneider, der nicht nur seinen ersten Scorerpunkt erspielte, sondern über 90 Minuten ein richtig gutes Spiel machte und sich immer wieder in die Offensivaktionen einschaltete. Für die Fans gab es nach der Partie ein Fass Freibier spendiert, was diesen erfreulichen Sonntagnachmittag kulinarisch noch abrundete.

Stepan Kores bejubelt sein Traumtor zum 2:1

FSV Wacker 90 Nordhausen:
Glinker – Schneider, Müller, Pluntke, Göbel – Becker, Pichinot (63. Sobotta), Kores (81. Scholl), Mickels (75. Beil)- Genasuch, Kammlott

FSV Optik Rathenow:
Zwick – Adewumi, Turan, Bilbija, Wilcke – Hellwig (81. Aydoglu), Langner – Kapan (75. Ortiz), Leroy, Top – Öczin

Tore: 1:0 Genausch (23.), 1:1 Hellwig (49.), 2:1 Kores (52.), 3.1 Kammlott (79.)

Zuschauer: 615

Trainerstimmen:

Heiko Scholz (FSV Wacker 90 Nordhausen):
Optik hat nicht umsonst die letzten Spiele gewonnen, das war heute deutlich zu sehen. Wir haben kein gutes Spiel gemacht, hätten mehr Tore schiessen müssen. Unser Minimalziel, das wir uns zur Winterpause vorgenommen hatten, ist erreicht. Wir sind Dritter geworden. Jetzt freuen wir uns auf das letzte Spiel bei Altglienicke und wollen die Saison dann mit einem erfolgreichen Pokalendspiel abschliessen.

Ingo Kahlisch (FSV Optik Rathenow):
Ich habe gute Erinnerungen an Nordhausen und wir kommen gerne hierher. Aber wir sind zwei Vereine mit unterschiedlichen Philosophien. Die Jungs waren jetzt enttäuscht nach dem Spiel. Doch vor fünf Wochen hätte keiner mehr an uns geglaubt, nun haben wir nächste Woche ein echtes Endspiel gegen Hertha.