TV Askania Bernburg – FSV Wacker 90 Nordhausen II 1:2 (1:1)

Doppelter Schneider macht den Unterschied

Jubel nach Schneiders erstem Streich

Am 29.02., dem meteorologischen Winterende, eine Auswärtstour durch den weißlich angezuckerten Harz zu unternehmen, ist schon was Feines und kommt nicht alle Jahre vor. Auch Erik Schneider, der in der Regionalliga spielfrei hatte, schnürte seinen Ranzen, um die wackere Reisegruppe mit in den Salzlandkreis zu begleiten. Die Faktenlage vor Spielbeginn beim abstiegsbedrohten TV Askania Bernburg offenbarte, dass die Heimmannschaft bereits mit dem Rücken zur Wand stand. Bernburg, eigentlich gegen Wackers Zweite zum Siegen verdammt, hatte nach 120 Sekunden eine erste Möglichkeit. Begünstigt allerdings durch Jonas Ernst, der einen Freistoß mit dem Schlappen unfreiwillig „scharf“ machte. Das wäre ein Einstand nach Maß für die gebeutelten Askanier gewesen, wenn sich Nordhausen dieses Ei selbst ins Nest gelegt hätte. Die darauffolgende Ecke brachte nichts ein. Schnell verlagerte sich das Spielgeschehen in die Bernburger Hälfte, wo Schneider in der Folge die frühe Wacker-Führung gelang (9.) Im direkten Gegenzug hätte Kerasidis mit dem 1:1 antworten können, doch Treiber ließ sich nicht überwinden und parierte.  67 Zuschauer sahen einen munteren Beginn und nach gut einer Viertelstunde die nächste hochkarätige Gästechance. Meitzner legte in der Box auf Pietsch ab, der aber verzog. Die Gäste blieben weiterhin am Drücker.

Pushte sein Team zum Auswärtssieg – Torsten Klaus

Ein scharf in den Strafraum gebrachter Freistoß von Liese fand Schneider, der knapp über die Querlatte köpfte (25.) Quasi aus dem Nichts heraus und durch das Zentrum vorbereitet glichen die Bernburger aus. Gerwien hieß der Torschütze (27.) Die Gäste ließen sich in dieser Phase überrumpeln und wurden am Ende der ersten Hälfte durch einen, nun selbstbewusster auftretenden Gastgeber vermehrt unter Druck gesetzt. Bochmann, mit viel Platz über die linke Seite, passte zu Hinrichsmeyer, der unbedrängt zum Schuss ansetzte. Doch Dhaliwal fuhr dem Bernburger im letzten Moment in die Parade. Kurz darauf verfehlte ein Geschoss von Gerwien sein Ziel nur knapp. Den letzten Akzent der ersten Halbzeit setzte jedoch Wacker Nordhausen II. Ein Liese-Freistoß aus zentraler Position verfehlte das Gebälk um Zentimeter. Nach Wiederbeginn sollte es spannend weitergehen. Eine Viertelstunde war bereits von der Uhr, als Schröter und Pietsch doppelt Pech im Abschluss hatten. Auf der anderen Seite klärte Treiber einen gefährlich getretenen Eckstoß von Kretschmer mit einer Faust, der wegen seiner Flugbahn brandgefährlich wurde (68.). Torsten Klaus trieb seine Mannschaft weiter an. Dann die spielentscheidende Szene. Gegen einen aufgerückten Gegner startete Schneider aus der eigenen Hälfte kommend einen Sololauf bis in die Gefahrenzone der Askanier.

Die Schneider-Faust nach dem 2:1-Siegtreffer (71.)

Ein kurzer Blick auf die Bewegung von Keeper Kreß, dann lag das Leder auch schon maß- bzw. „reingeschneidert“ in den Bernburger Maschen! Wacker drängte in der Folge auf die Entscheidung. Erst blockte Sestito einen Schuss von Meitzner, dann parierte Kreß per klasse Fußabwehr einen möglichen Torjubel des Nordhäuser Angreifers (82.) Polotzek per Kopf nach Flanke von Franz scheitere darauffolgend genauso wie Liese, der bereits in der Nachspielzeit nicht in die Maschen traf, sondern nur in die Arme von Kreß, einem der besten Bernburger des Tages, schoss. Durch das Auslassen von Großchancen stand der knappe Vorsprung der Klaus-Elf bis zum Abpfiff auf wackligen Beinen. Am Ende brachten die Wackeren das 2:1 dennoch über die Zeit, die durch den Sieg ihren Blick in der Tabelle nun vorsichtig etwas nach oben richten dürfen. Erik Schneider, der gegen Bernburg den Unterschied ausmachte, kommentierte seinen Einsatz in der Oberliga wie folgt: „An sich versuche ich immer, so oft wie möglich zu spielen! Heute hat viel gepasst, bei der Mannschaft und auch bei mir persönlich. Auch wenn das Ergebnis am Ende sogar zu niedrig war, bin ich froh, dass wir gewonnen haben!“ Am Ende zählt der Sieg, den unsere Oberligamannschaft verdientermaßen davongetragen hat. Ausblickend auf die kommende Pflichtaufgabe gegen International Leipzig, ein Team aus den Top5 der Liga, ein wichtiges Erfolgserlebnis für das eigene Selbstvertrauen! Auf geht’s Wacker!

TV Askania Bernburg: Hannes Kreß (TW), Angelos Kerasidis, Nico Gereke (86. Martin Salis), Sascha Podleska, Niklas Hadaschick (46. Vincent Trong Tri Guyenne), Maximilian Gerwien (61. David Guyenne), Nicolas-Peter Weber. Max Kretschmer (C), Leo Anton Hinrichsmeyer, Fabio Sestito, Franz Bochmann.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Lucas Treiber (TW), Pascal Köhler, Fabian Reiß (46. Richard Franz), Lennart Liese, Florian Schröter (C), Jonas Ernst, Anton König (63. Kai Polotzek), Hagen Pietsch (71. Edgar Gabriel Schneider), Erik Schneider, Simran Dhaliwal, Leonard Meitzner.

Tore: 0:1, 1:2 Erik Schneider (9., 71.), 1:1 Maximilian Gerwien (27.).

Zuschauer: 67

Trainerstimme: 

Torsten Klaus (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Aufgrund der Tabellenkonstellation wurde es das erwartet schwere Spiel für uns. Trotzdem haben wir es gut gemacht und ich freue mich sehr über die drei Punkte, die wir mit nach Hause genommen haben! Aufgrund der größeren Anzahl an Chancen war der Sieg auch nicht ganz unverdient! Wenn wir dann unsere Möglichkeiten noch konsequenter nutzen, hätte das Spiel auch deutlicher ausfallen können. So blieb es am Ende bei einem knappen 2:1. Ich freue mich riesig über unseren erster Dreier der Rückrunde, den sich die Mannschaft dann auch verdient hat! Großen Anteil am Erfolg gebührt Erik Schneider, der uns unterstützt hat und dem beide Treffer für uns gelungen sind! Ich wünsche Erik, der er seine Leistung auch in der Regionalliga abrufen kann und hoffe, dass uns dieser Sieg Aufschwung für die nächsten Wochen geben wird!“