Vassiliadis Sonntagsschuss bringt den Sieg

Erster Oberliga-Dreier für Seeland-Elf

Ampelkarte für Kapitän Marcus Vopel

In einer weitestgehend ausgeglichenen Oberliga-Partie sind es 120 Sekunden, die über Sieg und Niederlage entscheiden sollten. Es läuft die 68. Spielminute. Wacker-Kapitän Marcus Vopel sieht nach Foulspiel im Strafraum erst Gelb, dann Gelb-Rot wegen Ballwegschlagen. Für Sandersdorf lag die Führung aus 11 Metern förmlich auf dem Präsentierteller. Steffen Fritzsch übernahm Verantwortung. Doch die Querlatte ließ bei den Hausherren jeglichen Torjubel im Keim ersticken. Aluminium als Retter in höchster Not für Neuzugang Josip Jokanovic im Nordhäuser Kasten und die Wackeren. Gelb-Rot-Sünder Vopel, der am 4. Spieltag auf den Tag genau 18 Jahre in Diensten von Wacker Nordhausen steht, beschreibt die Situation aus seiner Sicht: „Die gelb-rote Karte war völlig unnötig von mir und dumm obendrein. Wir hatten das Spiel voll im Griff und standen hinten sehr sicher. Zur Elfmetersituation kann ich nur sagen, dass es aus meiner Sicht keiner war. Durch die verdeckte Sicht des Schiedsrichters entscheidet er auf Elfmeter. Für mich völlig zu unrecht. Darüber habe ich mich so aufgeregt, dass ich den Ball weggeworfen habe. Ich mache dem Schiedsrichter keinen Vorwurf. Für ihn war es eben ein Elfmeter und einige andere geben diesen wohl auch aus der Sicht. Ich habe mich dabei nur wieder so bestraft gefühlt und wollte es nicht wahr haben. Trotzdem muss ich da ruhiger bleiben. Am Ende ging es gut für uns aus.“

Vergebener Strafstoß der Unioner

Der Aufsteiger aus dem Südharz zeigte sich nach dem Platzverweis wenig geschockt und antwortete prompt. „Dann haben wir natürlich zweimal Glück. Zuerst, als der Elfmeter nicht reingeht und dann, als wir kurz danach den Sonntagsschuss aus 30 Metern reinmachen“ so Wacker-Coach Philipp Seeland. Panagiotis Vassiliadis fasste sich aus gut 30 Metern ein Herz und zimmerte den Ball mit Wucht auf das Gehäuse, Union-Keeper Tom Niclas Hermann konnte den Einschlag nicht verhindern. Wenige Augenblicke, die ein gutes Oberliga-Spiel auf den Kopf stellten. Zuvor hatten beide Mannschaften beste Möglichkeiten, die Führung für sich zu beanspruchen. Die klarsten Chancen für uns hatte Paul Kirchner, der sich in der 21. Spielminute durch den Strafraum dribbelte, aber aus spitzem Winkel an Hermann scheiterte. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit wird ein Einwurf von Erik Schneider zur Flanke, der angespielte Nils Pfingsten-Reddig zieht den Ball scharf vor der Tor. Kirchner ist zur Stelle und schließt ab. Doch Unioner Stefan Ronneburg kratzt das Spielgerät im letzten Moment mit dem Fuß für seinen bereits geschlagenen Schlußmann von der Linie.

Siegtorschütze Panagiotis Vassiliadis oben auf

Nach der Halbzeitpause kämpften beide Oberligsten weiter mit ihrer Chancenverwertung. Kurz nach Wiederbeginn köpfte Felix Schwerdt nach Vassiliadis-Flanke das Spielgerät über das Union-Gehäuse. Wenig später verfehlte ein Freistoß von Pfingsten-Reddig sein Ziel nur knapp. Bis es dann in der 70. Spielminute doch noch zwischen den Pfosten klingelte. In den hektischen Schlußsekunden hätte Sandersdorf noch der Ausgleichstreffer gelingen können. Am Ende landete die Seeland-Elf den ersten Oberliga-Dreier der noch jungen Saison. Ein glücklicher, aber auch verdienter Auswärtssieg.  „Ich finde auch wir sind der verdiente Sieger, da meine Mannschaft, trotz Unterzahl, Ruhe und Abgeklärtheit gezeigt hat. Wir freuen uns sehr über unseren ersten Oberligasieg. Daher kann ich auch wieder etwas mehr lächeln“ so der des Platzes verwiesene Vopel, für den die Minuten bis zum Abpfiff in der Kabine sicher zur Ewigkeit wurden.

SG Union Sandersdorf: Tom Niclas Hermann (TW), Robert Uhlmann, Erik Schlegel, Vincent Mustapha, Tim Jonietz, Maximilian Schnabel, Steffen Fritzsch, Max Hermann, Stefan Ronneburg, Richard Wießner (C, 83. Elias Maier), Alexander Langner.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Josip Jokanovic (TW), Nils Pfingsten-Reddig, Leon Gümpel (69. Lennart Liese), Marco Sailer, Marcus Vopel (C), Paul Kirchner (89. Hagen Pietsch), Erik Schneider, Felix Schwerdt, Gino Dörnte (83. Torsten Klaus), Panagiotis Vassiliadis, Matthias Peßolat.

Tore: 0:1 Vassiliadis (70.)

Zuschauer: 141

Trainerstimmen:

Thomas Sawetzki (SG Union Sandersdorf): „Vor dem Elfmeter hatten wir gute Aktionen. Da habe ich gemerkt, jetzt sind wir ein bisschen drin. Es war halt viel Kampf im Mittelfeld. Unheimlich intensive Zweikämpfe zwischen beiden Mannschaften. Da hat man schon gesehen, dass Nordhausen natürlich auch eine ernorme Qualität hat. Wenn du dann zwei oder drei Jungs auf dem Platz hast, die das in der Defensive gut coachen, dann ist es einfach schwer, auch mit einem Mann mehr trotzdem gut durchzukommen.“ 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Für mich war es ein verrücktes Spiel. Bis zur 65. Minute hätte ich mich wahrscheinlich geärgert, dass wir am Ende nicht gewonnen haben. Nach der 80. Minute wäre ich über den einen Punkt froh gewesen, am Ende haben wir 3 Punkte mitgenommen. Ich war super stolz auf die Truppe. Wir haben es heute gut gemacht.“