2. Spieltag NOFV-Oberliga Süd

„Für mich ist Krieschow schon eine Art Geheimtipp in der Liga!“

Unsere Gäste: VfB 1921 Krieschow

Nach der Pokalpause rollt am Wochenende auch in der Oberliga wieder der Ball. Unsere U23 trifft Sonnabend im Albert-Kuntz-Sportpark auf den VfB 1921 Krieschow. 537 Einwohner zählt das Dörfchen Krieschow, ein Ort in der Großgemeinde Kolkwitz, 14 Kilometer westlich von Cottbus gelegen. Der hier ansässige Verein für Bewegungsspiele von 1921 spielt mit seiner „Ersten“ nun im dritten Jahr fünftklassig Fußball und pendelte sich während der abgelaufenen Saison im Mittelfeld der Liga ein. Die beste Platzierung war ein fünfter Tabellenplatz. Aktuell verpatzten die Krieschower ihren Punktspielauftakt. Gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal setzte es eine 0:1-Niederlage. Dabei versagten Kapitän Andy Hebler vom Elfmeterpunkt die Nerven (59.), nur 120 Sekunden später traf der Gegner durch Björn Trinks. „Wir verschießen natürlich den Elfmeter. Ich glaube, wenn der reingeht und wir 1:0 in Führung gehen, werden wir auch drei Punkte holen“ sagte VfB-Trainer Toni Lempke nach der Heimniederlage vor respektabler Kulisse von 224 Zuschauern! Zu allem Überfluss dezimierten sich die Hausherren durch den Platzverweis von Julian Baumgarten auch noch selbst (80.). Trotz des Gegentores und in Unterzahl spielend, „kann ich der Mannschaft in der zweiten Halbzeit keinen Vorwurf machen“ so Lempke auf der Pressekonferenz.

„Wir verschießen natürlich den Elfmeter!“ Tony Lempke (links)

Baumgarten wechselte wie Lukas Scholz und Tom Landmann (beide Innenverteidiger) und Torwart Nash-Daniel Amankona von der U19 des FC Energie Cottbus in die Nachbarschaft. Wie die Lausitzer Rundschau berichtete, soll es zwischen Cottbus und Krieschow eine Kooperation geben, sodass die Talente des Regionalligisten im Männerbereich in der Oberliga Spielpraxis sammeln können. Für das Mittelfeld verpflichteten die Krieschower u.a. den 29-jährigen Martin Zurawsky von Union Fürstenwalde. Den Frust über den misslungenen Ligaauftakt schoss man sich vergangenes Wochenende im Landespokal gegen SV Waßmannsdorf mit 17:0 von der Seele. Die Wackeren starteten Anfang August mit einem einfachen Punktgewinn beim Titelaspiranten FSV 63 Luckenwalde in die NOFV-Oberliga Süd. „Mit dem Spiel an sich bin ich sehr zufrieden. Es war ein erster Gradmesser für uns. Wir haben gegen Luckenwalde einen Punkt geholt. Darüber sind wir sehr glücklich“ sagte U23-Coach Philipp Seeland. Samstag nun dürfen die Mannen um Kapitän Marcus Vopel endlich wieder im eigenen Wohnzimmer ran. „Krieschow hat eine gute letzte Saison gespielt. Keine Frage“ erzählt Marcus Vopel über den Gegner. Der Kapitän unserer U23 weiter: „Sicher wollen sie den verpatzten Saisonstart wett machen, aber wir wollen den Punktgewinn in Luckenwalde ebenso veredeln!“ Beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams in der Oberliga Süd netzte dieser Mann gleich zweifach ein.

Doppeltorschütze gegen Krieschow – Marco „Toni“ Sailer

„Es war ein tolles Gefühl, mit einem Doppelpack zum Sieg beizutragen“ erinnert sich Marco „Toni“ Sailer an seine beiden Buden gegen die Brandenburger. Dieser unbeschreibliche Typ mit Gesichtsbehaarung weiß noch genau, wer ihm die Bälle aufgelegt hat. „Beim ersten Tor hat Paul (Kirchner, Anm. d. R.) klasse nachgesetzt und ich musste den Ball aus 18 Metern nur noch reinschieben. Beim zweiten Ding hat Erik (Schneider, Anm. d. R.) einen super Flügellauf gestartet, scharf in die Mitte gepasst und ich durfte ihn dann mit der Hacke verwerten. Was bei mir ja nicht so häufig vorkam (Sailer lacht).“ „Ein besonderes Tor“ fügt Marco augenzwinkernd hinzu! Obwohl das 3:0 klarer klingt, als das Spiel damals eigentlich war. Oder Marcus? „Ich habe das Spiel von draußen gesehen. Es war ein verdienter Sieg, der vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen ist.“ Gegen Krieschow habt ihr letzte Saison 6 Punkte geholt. Das im Hinterkopf, könnte es dazu führen, etwas übermütiger in die Partie zu gehen? „Nein! Wir unterschätzen in dieser Liga niemanden. Letzte Saison hat man ja gesehen, was Woche für Woche für überraschende Ergebnisse herauskamen. Wir schauen auf uns! Schaffen wir es wie in Luckenwalde mannschaftlich geschlossen aufzutreten, dann bin ich optimistisch, dass wir am Samstag erfolgreich sein werden.“ U23-Coach Philipp Seeland zeichnet folgendes Bild von der Gemengelage der Wackeren vor dem zweiten Punktspiel der noch jungen Saison:

Sieht Krieschow als Geheimtipp an – Coach Philipp Seeland

„Wir freuen uns, dass es nach der Pokalpause nun wieder weitergeht. In den kommenden zwei Heimspielen wollen wir die gezeigte Leistung von Luckenwalde auf jeden Fall bestätigen. Denn ansonsten wäre der eine Punkt doch nicht so viel wert, wie wir glauben wollen. Mit Krieschow kommt nun ein ganz schwerer Gegner. Im letzten Jahr haben sie einen guten Tabellenplatz erreicht und eine starke Saison gespielt. Gegen uns sahen sie immer ein bisschen schlecht aus. Wir haben beide Spiele mit 3:0 gewonnen. Aber wir wissen auch darum, dass es wirklich eine gute Truppe ist. Sie haben sich nun auch nochmal verstärkt. Vor allem mit Mittelfeld mit Zurawsky, der aus Fürstenwalde gekommen ist. Sie haben wirklich gute Jungs im Team und ich denke, dass sie in diesem Jahr eine gute Rolle in der Liga spielen wollen. Für mich ist Krieschow schon eine Art Geheimtipp in der Liga! Dementsprechend wird es am Samstag sicherlich ein sehr interessantes Spiel werden. Wir haben uns klar vorgenommen, aus der Partie etwas Zählbares mitzunehmen. Im Idealfall zu Hause gerne auch dreifach.“ Auf geht’s Wacker! Die Begegnung steht unter der Leitung von Referee Benjamin Seidl aus Langenbernsdorf, der die Wackeren zuletzt beim 1:1 gegen Halle 96 im Februar dieses Jahres gepfiffen hat. An den Seiten assistieren Dirk Meißner und Florian Ordon.

Nachgefragt: Die Expertenmeinung von Marco „Toni“ Sailer zur Oberligapartie zwischen Wacker Nordhausen II und dem VfB 1921 Krieschow: „Krieschow ist eine sehr unangenehme Mannschaft. Zum einen körperlich auf einem guten Niveau und spielerisch setzen sie auch immer wieder Akzente. Sie haben von allem etwas, was sie sehr gefährlich macht. Man muss sich davon lösen zu glauben, dass sie mehrere Stunden im Bus sitzen und nicht bereit wären. Sie haben Charakter und wollen nach dem Spiel schließlich auch die Busfahrt nutzen, um zu feiern. Jedoch bin ich mir sicher, dass Wacker die höhere Qualität und die bessere Spielanlage hat und somit das Spiel für sich entscheidet! Ich drücke aus der Ferne die Daumen!“