11. Spieltag NOFV-Oberliga Süd 2019/2020

Immer wieder sonntags! Seeland-Elf empfängt Plauen

Sonntag zu Gast: VFC Plauen

„Immer wieder sonntags“ – Wir wollen diesen Schlager von Cindy & Bert aus dem Jahre 1973 nicht überstrapazieren. Aber die Seeland-Elf wird sich natürlich daran erinnern, dass man in der Saison bereits vier Sonntagsspiele absolvierte. Dabei sprangen sogar zwei Heimerfolge heraus, sodass dieses ausblickend auf die nächste Begegnung eventuell sogar als gutes Omen bewertet werden könnte. Zudem die Seeland-Elf zu Hause eh eine Macht und saisonübergreifend seit nunmehr einem Jahr im Albert-Kuntz-Sportpark ungeschlagen ist! Diese beeindruckende Serie wird sicherlich auch dem kommenden Gegner nicht entgangen sein. Der Vogtländische Fußballclub Plauen von 1903 geriet in der Saison 2014/2015 in finanzielle Schieflage, ein eingeleitetes Insolvenzverfahren wirkte sich mit dem Regionalliga-Abstieg unmittelbar auf das Tagesgeschäft des Vereins aus. Wahrlich nicht auf Rosen gebettet, machten die Südwestsachsen aus der Not eine Tugend. Dabei schreck(t)en sie nicht vor unspektakulären Entscheidungen zurück. „Aus wirtschaftlichen Gründen müssen die Bezüge aller Spieler verringert werden“ wird VFC-Sportvorstand Frank Günther in einem regionalen Anzeigenblatt vom Juni des Jahres zitiert. Derartige (Hiobs)Botschaften machen natürlich eine Kaderplanung nicht einfacher. Mit Dimitrios Komnos (SV Babelsberg 03), Alexander Morozow (VfB Auerbach), Eric Ranninger (VfL Pirna-Copitz), Benjamin Keller (Wismut Gera), Gregor Eigel (FSV Treuen) u.a. haben die Gäste schmerzliche Verluste unter den einstigen Stammkräften zu beklagen.

„Wir müssen vier Vereine hinter uns lassen!“ VFC-Trainer Falk Schindler (Bildmitte) Foto: Karsten Repert

Das Saisonziel skizzierte VFC-Trainer Falk Schindler gegenüber blick.de wie folgt: „Wir müssen vier Vereine in der Tabelle hinter uns lassen und junge Spieler aus dem eigenen Verein so entwickeln, dass es irgendwann wieder aufwärts gehen kann.“ In der „heißen“ Phase der letzten Saison, als Plauen stark abstiegsbedroht war, übernahm Assistenztrainer Schindler die Mannschaft interimsweise von Daniel Rupf und beerbte damit seinen unmittelbaren Vorgesetzten an der Linie. Im Sommer dann zum Chef ernannt, holte der 40-Jährige aus den ersten fünf Partien magere vier Pünktchen. Dann jedoch legte seine Mannschaft eine Miniserie von vier siegreichen Spielen in Folge hin. Lediglich am vergangenen Spieltag musste unser kommender Gegner wieder eine Niederlage verkraften. Aber gegen Luckenwalde haben schon ganz andere nicht gut ausgesehen. Derweil rangiert der VFC mit 16 Punkten einen Zähler vor unserer U23, die sich mit dem Remis bei Aufsteiger Merseburg am vergangenen Wochenende in der Tabelle wieder etwas nach oben bewegt hat. Das Fanauge hat dabei natürlich gesehen, dass die Wackeren einerseits nicht mehr in der Lage sind, zu „Null“ zu spielen, andererseits wie z.B. gegen Rudolstadt oder halt wie zuletzt in Merseburg auch offenkundig Probleme damit haben, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Ihm als Abwehrspieler schmeckt das natürlich überhaupt nicht. Marcus Vopel, wie bitter ist das, wenn man wie letzte Woche in der Nachspielzeit noch einen eingeschenkt bekommt? „Natürlich ist sowas immer bitter! Wir schaffen es im Moment einfach nicht, ein Spiel auch mal dreckig mit 1:0 nach Hause zu bringen. Dort müssen wir wieder hinkommen!“ Ihr habt bis jetzt 21 Gegentore gefressen. Nach 10. Spieltagen der letzten Saison waren es gerade mal neun. Woran fehlt es aktuell? „Wir sind besonders bei den Niederlagen gegen Eilenburg und Jena komplett eingebrochen. So etwas darf uns einfach nicht passieren! Am Sonntag wollen wir das ändern“ so unser Kapitän.

Robin Enkelmann leitet die Partie gegen den VFC

„Wir wollen den Ball haben! Wir wollen das Spiel machen! Wir wollen Akzente setzen! Dabei riskiert man zwangsläufig, dass man Gegentore bekommt“ erzählt Philipp Seeland im Gespräch auf die anstehende Partie. Der U23-Coach weiter: „Plauen hat im Moment eine starke Phase. Sie haben zwar gegen Luckenwalde verloren, dennoch haben sie tolle Ergebnisse eingefahren. Ihnen stecken nun 120 harte Pokalminuten in den Knochen, zudem müssen sie Sonntag die lange Anreise nach Nordhausen in Kauf nehmen. Prinzipiell Dinge, die erst einmal für uns sprechen. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir deswegen das Spiel auch gewinnen werden. Trotzdem wollen wir an unsere Leistungen anknüpfen und zu Hause das Rennen machen!“ „Immer wieder sonntags“, nun am 3. November, kämpft unsere U23 um weitere Oberligapunkte. Die Begegnung steht unter der Leitung von Referee Robin Enkelmann aus Blankenburg (Harz). Enkelmann pfiff die Wackeren zuletzt beim 3:2 Heimerfolg über Hohenstein-Ernstthal. Vielleicht ein weiteres gutes Omen, mit der diese Vorberichterstattung ihrem Ende zugeht. Auch das der VFC Plauen, wie vom Trainer bereits erwähnt, erst am Reformationstag im Sachsenpokal gegen SG Taucha 99 tätig war, könnte den Gastgebern in die Karten spielen. Aber das Leben findet ja bekanntlich nicht im Konjunktiv statt. Was zählt, ist auf dem Platz! Dort wird Enkelmann an den Linien von Alexander Kroll und Tobias Menzel assistiert. Zuschauer sollten bitte beachten, dass bereits um 13:30 Uhr angestoßen wird!