13. Spieltag NOFV-Oberliga Süd

Ludwigsfelder FC empfängt die Wackeren

Der Ludwigsfelder FC

In der Oberliga sind nicht nur die Gegner von anderem Kaliber als „im Land“, auch die Anfahrtswege zu einigen Spielstätten stellen für alle Beteiligten neue Herausforderungen dar. Am Sonnabend wartet wieder eine der längeren Dienstfahrten auf unsere Zweite. Die Seeland-Elf wird ins Brandenburgische reisen, um in Ludwigsfelde gegen den dort ansässigen Fußballclub anzutreten. In Ludwigsfelde, einer Stadt mit geografischer Nähe zu Berlin und Potsdam, erblickte im Jahre 1938 ein Fußballverein das Licht der Welt. Auf dessen Historie führt der am 30.05.1996 gegründete Ludwigsfelder FC seine Wurzeln zurück. Sieben Jahre später erlebte der Club sein bisher größtes sportliches Highlight. Als Landespokalsieger qualifizierte sich der „LFC“ für den DFB-Pokal und traf dort in der ersten Runde auf Bundesligist SV Werder Bremen. 4.200 Zuschauer wohnten dem Spektakel bei, dass ein gewisser Robert Hoyzer leitete. Man unterlag klar mit 1:9. „Kleines dickes Ailton“ traf damals, genauso wie Tim Borowski, dreifach.

Bekam gegen Rudolstadt auf die Löffel – Paul Kirchner

In der Gegenwart steht der Ludwigsfelder FC als (Wieder-)Aufsteiger in die Oberliga mit 8 Punkten aus 12 Begegnungen auf einem Abstiegsplatz. Ein einziger Sieg sprang für die Mannschaft von Cheftrainer Volker Löbenberg erst heraus. Und den holten die Brandenburger am vorletzten Spieltag ausgerechnet beim Tabellennachbarn Einheit Rudolstadt. Markus Göde und Maximilian Ladewig sorgten mit ihren Treffern für den ersten Ludwigsfelder Saisondreier. Auch unsere U23 wird Rudolstadt in Erinnerung behalten. Allerdings nicht wegen des Spielverlaufs, sondern wegen unglaublicher 7 gelber Karten, die man dort am vergangenen Wochenende einstecken musste. Schwerer als die 0:1-Niederlage von Rudolstadt wiegt allerdings die Verletzung von Erik Schneider. „Gerade nach den zwei erzwungenen Wochen Pause (Bänderdehnung im rechten Knie, Anm. d. R.) habe ich mich gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen“ so unser Innenverteidiger. „Zu Beginn der zweiten Hälfte ist mir ein Gegenspieler bei einem Zweikampf auf die Hand gefallen. Ich hatte gleich das Gefühl, dass etwas kaputt sein muss. Zumal mir übel war und die Hand bei jeder Bewegung geknackt hat. Aber Dank Detlef (Hoinkis, Physiotherapeut der Zweiten, Anm. d. R.), konnte ich, wenn auch unter Schmerzen, bis zum Ende des Spiels durchhalten“ erzählt Schneider, der sich trotz des Handicaps bis zum Schlußpfiff durchbiss.

Biss trotz Blessur auf die Zähne – Erik Schneider

Zurück im heimischen Nordhausen lautete die Diagnose dann Bruch des 3. Mittelhandknochens mit der Gewissheit, dass die Hinrunde vorzeitig beendet ist. Unser Gastgeber aus dem Landkreis Teltow-Fläming mit den Vereinsfarben Rot-Weiß hat sich in den vergangenen Jahren sportlich einiges aufgebaut. Vier Männermannschaften (Oberliga, Kreisoberliga, 2x Altsenioren), eine Damenmannschaft (Kreisliga) sowie 11 Nachwuchsmannschaften (darunter 3 Mädchenteams) spielen im heimischen Waldstadion. Die „Erste“ des Ludwigsfelder FC fristet ähnlich wie unser letzter Gegner Rudolstadt ein Dasein in den Niederungen der Tabelle. Gegen Clubs wie Plauen, Eilenburg, Halle 96 oder Wismut Gera holten die aber immerhin einen Punkt. Marcus Vopel, durch ist die Kiste dort noch nicht? „Nein, definitiv nicht! Ludwigsfelde steht genauso so unten drin wie Rudolstadt letztes Wochenende. Auch sie werden das Ergebnis mitverfolgt haben und sehen sich in der Pflicht, gegen uns voll zu punkten, um dann schnellstmöglich aus dem Tabellenkeller rauszukommen.“ Wie sehr, glaubst du, steckt die Niederlage von letzter Woche noch in den Kleidern? „Ich glaube kaum noch bzw. gar nicht mehr. Viele bei uns sind gestandene Spieler, die mit solchen Situationen umgehen können. Diese Leitfiguren werden den jungen Spielern unter die Arme greifen.“ Das wackeren Oberliga-Lazaret füllt sich weiter. Nun fällt Schneidi erneut aus. In Rudolstadt saßen mit Treiber, Meitzner und Emmert schon drei junge Wilde der U19 mit auf der Bank. Wird es Zeit, dass die Winterpause kommt?

Weiterhin eng zusammenstehen! #DieZweite

„Im Moment fehlen uns etwas die Spieler. Mit Schneidi, der die letzten Spiele dieses Jahr ausfällt und Toni, der seine fünfte Gelbe Karte erhielt, fehlen uns wieder zwei wichtige Stützen im Team. Den Jungs aus der U19 können solche Momente nur helfen. Sie haben das Zeug dazu und gewöhnen sich mehr und mehr an den Männerfußball. Der Sprung ist nämlich nicht für jeden ein einfacher. Wenn wir jetzt weiter eng zusammenstehen, dann gestalten wir die letzten 3 Spiele der Hinrunde auch erfolgreich.“ Abschließend noch kurz zu letzter Woche, Capitano. Was sagst du zum gelben Kartenregen gegen uns? Ob Klaus Verkouter sowas schon einmal in seinem einzigartigen Archiv vermerkt hat? „Ich habe so aus Gesprächen raushören dürfen, dass der Schiedsrichter das Spiel nicht wirklich im Griff hatte. Besonders in der 1. Halbzeit nicht. Klaus hat in den vielen Jahren, die er für Wacker gearbeitet hat, wahrscheinlich schon fast alles gesehen, was man sehen kann. Da gehörte bestimmt auch schon so ein „Kartenregen“ mit dazu (Vopel lacht).“ Ludwigsfelde konnte bislang im eigenen Wohnzimmer noch nicht gewinnen, unsere Zweite holte in der Fremde bereits 10 Punkte. Fußballbegeisterte Zuschauer können auf eine spannende Oberligapartie hoffen, die der Unparteiische Florian Markhoff aus Rostock pünktlich um 13:30 Uhr anpfeiffen wird.