TV Askania Bernburg – FSV Wacker 90 Nordhausen II 2:1 (1:0)

Negativtrend hält an – Seeland-Elf verliert in Unterzahl

Keine Geschenke vom Gegner – Geburtstagskind Gino Dörnte

Die Dienstreise nach Bernburg hatte sich auch Youngster Gino Dörnte ganz anders vorstellt. „Schade, dass wir an meinem Geburtstag keine drei Punkte mitgenommen haben. Aber Mund abputzen und weiter geht`s“ so der 19-Jährige, der an seinem Ehrentag auf dem Platz nicht beschenkt wurde. Erfreulicherweise meldeten sich Leon Gümpel und Erik Schneider rechtzeitig zum Gastauftritt in Bernburg aus dem Wacker-Lazarett zurück. Wenngleich es bei beiden hier und da noch zwickte, stellten sie sich in den Dienst der Mannschaft. „Erst einmal war ich glücklich, so schnell wieder spielen zu können. Zudem mir anfangs mindestens 6 Wochen Pause und eine OP vorhergesagt wurden. Doch glücklicherweise ging es letztendlich schneller und die Hand war nach 4 Wochen, vielleicht nicht hundertprozentig,  wieder belastbar. Doch mit genügend Tape fühlte es sich ganz sicher an und ich hatte keine Probleme“ so Schneider, der in der Defensive schmerzlich vermisst wurde. Unser Verteidiger sollte im weiteren Fortgang der Partie noch zum tragischen Helden avancieren. Die Partie begann spektakulär. Der spätere Doppeltorschütze Tom Fraus ließ bereits nach 180 Sekunden seine Torgefährlichkeit aufblitzen. Sträflich allein gelassen sprintete der  Bernburger Topscorer auf das Gehäuse der Gäste zu. Wacker-Keeper Josip Jokanovic behielt die Nerven und rettete die Situation per klasse Fußabwehr.

Verhinderte einen frühen Rückstand – Josip Jokanovic

Im Gegenzug setzte Lennart Liese ein erstes wackeres Ausrufezeichen. Doch sein Schuss verfehlte das Bernburger Gehäuse um Längen. Beide Teams hatten Zug zum Tor, doch Zwingendes kam erst einmal nicht dabei heraus. Nach knapp 30 Minuten servierte Schneider eine Flanke in den gegnerischen Strafraum. Leider nicht scharf genug für Wacker-Kapitän Schwerdt, der den Ball am linken Pfosten vorbeiköpfte. Wenig später sehen die 63 Besucher in der Sparkassen-Arena eine Bernburger Doppelchance durch Fraus und Keska. Es brannte im Wacker-Strafraum. „Klarer spielen“ wies Philipp Seeland seine Mannen auf dem Platz an. Das taten allerdings in dieser Phase nur die Bernburger, die dann durch Fraus mit 1:0 in Führung gingen. Kurz vor dem Pausentee hätte Kretschmer auf 2:0 für die Hausherren stellen müssen. Doch Jokanovic war auf der Hut. In der zweiten Hälfte wurden die Gäste mit dem zweiten Gegentreffer gleich kalt erwischt. Co-Trainer Rene Taute hielt es schon lange nicht mehr auf seiner Bank. Was er von einigen seiner Spieler sah, schmeckte ihm überhaupt nicht. Es lief nicht rund. Just in diese Phase hinein erfolgte der Platzverweis für Schneider, den die „vorzeitige Winterpause“ wie er sagte, sichtlich nervte. „An sich war die Entscheidung des Schiedsrichters zwar hart, aber aus seiner Sicht vertretbar. Bei der ersten Karte spiele ich bei einem Tackling zwar den Ball, aber durch die „offene Sohle“ meinerseits und kleineren, vorangegangenen Fouls,  vertretbar. Die Gelb-Rote Karte war dann umso ärgerlicher, da ich nach einem Konter von Bernburg einen zunächst gewonnen Zweikampf wieder her schenkte und mein Gegenspieler einen leichten Oberkörperkontakt dankend annahm“ bemerkte unser Defensivakteur.

Knipste gegen Bernburg sein 6. Oberligator – Paul Kirchner

Zwei Tore in Rückstand und mehr als zwanzig Minuten in Unterzahl. Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech hinzu. Der Bernburger Poliscuks forderte seine Mitspieler auf, den Sack zuzumachen. Doch das erschien angesichts drückender Gäste in weite Ferne zu rücken. In der 83. Minute wurde ein Freistoß von Pfingsten-Reddig zur Ecke geklärt. Aus der Situation heraus köpfte Paul Kirchner mustergültig zum Anschlusstreffer ein. Philipp Seeland peitschte seine Mannschaft immer wieder nach vorne. Bis in die Nachspielzeit hinein glaubte der 28-jährige Wacker-Coach noch an den Ausgleich. Den hatte Kirchner gleich zweimal auf dem Fuß bzw. Kopf. „Mir hat halt das Quäntchen Glück gefehlt. Als ich den Kopfball setze, hatte es der Torwart in diesem Moment, als er den Ball gerade noch so von der Linie kratzte. In der Situation davor war der Keeper der einzige von den Gegnern, der mitgespielt und aufgepasst hatte. Es ist halt leider Gottes so, dass wir in den letzten Wochen immer öfter den Kürzeren ziehen. Andere machen halt in der 90. Minute den Ausgleich. Wir haben da dann Pech. Treffen entweder wie ich mit der vorletzten Chance den Pfosten oder in der letzten Situation, wo der Torwart das Ding überragend von der Linie kratzt. In letzter Zeit fehlt uns ein wenig das Glück“ sagte unser Angreifer nach dem Abpfiff. Ähnlich äußerte sich auch Kapitän Felix Schwerdt.

Der Situation trotzen – #DieZweite

„Nach der vierten Niederlage am Stück sind wir alle mächtig enttäuscht. Das Spiel war sinnbildlich für unsere aktuelle Situation. Wir bekommen durch einen individuellen Fehler das Gegentor, hatten aber vorher selbst einige gute Möglichkeiten, die wir aber nicht in Tore ummünzen konnten. In der zweiten Halbzeit bekommen wir dann, wie so oft in letzter Zeit, kurz nach der Pause ein weiteres Gegentor und als Draufgabe noch die Gelb-Rote Karte. Zum Schluss ist es einfach ärgerlich, dass wir nicht wenigstens noch den Lucky Punch setzen konnten.“ Für unsere U23 endet die Hinrunde in der NOFV-Oberliga Süd mit einer Negativserie, für die sich unterschiedliche Faktoren verantwortlich zeichnen. Auf der anderen Seite ist man als Aufsteiger mit 21 Punkten durchaus noch im Soll. Eines jedoch ist gewiss. Jede Serie wird früher oder später ihr Ende finden. Die der Wackeren vielleicht schon am kommenden Wochenende. Denn bevor es in die wohlverdiente Winterpause geht, reist die Seeland-Elf am 09.12. noch zum Rückrundenauftakt nach Plauen.

TV Askania Bernburg: Max Stamer (TW), Vincent Dabel, Gerald Muwanga, Tom Fraus (Martin Salis 90.+2), Kacper Marian Keska (68. Dmitrijs Poliscuks), Mario Hesse (C), Dennis Klitscher, Max Kretschmer, Leo Anton Hinrichsmeyer (78. Martin Dierichen), Franz Bochmann, Nicolas-Peter Weber.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Josip Jokanovic (TW), Leon Gümpel, Paul Kirchner, Florian Schröter (46. Torsten Klaus), Erik Schneider, Felix Schwerdt (C), Gino Dörnte, Lennart Liese (66. Nils Mema), Nils Pfingsten-Reddig, Robin Fluß (75. Fabian Reiß), Marco Sailer. 

Tore: 1:0, 2:0 Tom Fraus (36., 53.), 2:1 Paul Kirchner (83.).

Zuschauer: 63

Trainerstimme:

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Meines Erachtens war es zu Beginn ein offenes Spiel, wo beide Mannschaften auf sehr tiefen Boden ihre Chancen hatten. Nachdem wir die erste Aktion verschlafen haben und Glück hatten, dass Joe retten konnte, sind wir gut in die Partie reingekommen. Nach 25 Minuten kippte das Spiel leicht zu Gunsten der Bernburger Seite. Am Ende ist es dann ein krasser, individueller Fehler, der uns in Rückstand brachte. Zur zweiten Hälfte haben wir uns neu geordnet, die Kräfte gebündelt und mit Torsten Klaus eine weitere Option für die Offensive gebracht. Der zweite Gegentreffer kurz nach der Pause war natürlich sehr ärgerlich. Wieder wird ein Ball, den wir eigentlich schon geklärt hatten, leichtfertig abgegeben. Dann fiel das 2:0, was sicherlich auch die Vorentscheidung war. Am Ende schafften wir es wieder nicht, nach dem Anschlusstreffer noch den Lucky Punch zum 2:2 zu setzen. Damit müssen wir leben. Jetzt werden wir diese Woche nutzen, um uns voll auf Plauen zu konzentrieren. Um dann im letzten Spiel vor der Winterpause noch einen runden Abschluss zu finden.“