FC Carl Zeiss Jena II – FSV Wacker 90 Nordhausen II 1:1 (1:1)

Punkteteilung im „Jenaer Paradies“

Knisper vor dem Herrn – TORsten Klaus

„Wenn ich die ganze Saison durchgespielt hätte, wäre ich Torschützenkönig geworden!“ sagte Torsten Klaus nach Spielende, der aus der Feierlaune heraus dem Wacker-Fotografen auch gleich anbot, ihm mal ein vernünftiges Objektiv zu kaufen. Unser Oldie – but Goldie – zeigt auf seiner Abschiedstournee durch die Oberliga nochmal seine ganze Klasse und knipst nach Belieben. Sein wuchtiges Kopfballtor in der 37. Minute ließ die Gäste aus dem Südharz im „Jenaer Paradies“ jubeln. Paradiesisch sollte es jedoch für die Gastgeber beginnen. Die hatten viel Tempo im Spiel und sorgten mit schnell vorgetragenen Flügelwechseln für variable Momente. Im Sturm wirbelte der quirlige Jürgens, der in der Anfangsphase auch gleich mehrere gute Möglichkeiten zur Führung hatte. Giebel machte es später dann deutlich besser. Wacker-Keeper Treiber mit Ball am Fuß, will diesen zurück ins Spiel bringen. Der an der Strafraumgrenze lauernde Giebel antizipierte die Situation am schnellsten. Er lief Treiber aggressiv an und zwang den 19-jährigen Schlussmann in eine Eins-gegen-eins-Situation. Der Jenaer Rechtsverteidiger entschied diese für sich und schloss mit seinem ersten Saisontor zur Führung für die U21 des FC Carl Zeiss Jena ab.

Verdacht auf Muskelfaserriss bei Lucas Treiber

Lucas, missliche Situation, die zum Gegentreffer führte. Du kommst gut rein in diese Aktion, machst aber dann vielleicht einen Haken zu viel?! Wie lautet deine Einschätzung? „Das Tor geht ganz klar auf meine Kappe! Ich hätte denn Ball am besten gleich rausschlagen müssen. Somit wären wir dann auch sicherlich nicht in Rückstand geraden.“ In der zweiten Halbzeit musstest du wegen muskulärer Probleme im rechten Oberschenkel ausgewechselt werden. Was hat die Untersuchung im Südharzklinikum ergeben? Kannst du schon Entwarnung geben? „Leider nein! Gemäß erster Verdachtsdiagnose soll es ein Muskelfaserriss sein. Deswegen suche ich diese Woche noch einen Sportarzt in Erfurt auf.“ Wie kam es dazu, dass der Oberschenkel plötzlich „zu“ gemacht hat? „Ich kann es mir nicht erklären, warum dies passieren konnte. Ich war gut in Form und hatte bis dahin keinerlei Probleme.“ Jürgens hätte die Führung Minuten später ausbauen können, sogar müssen. Doch Treiber ließ sich kein zweites Mal überwinden. Die erste Halbzeit ging klar an Jenas Drittliga-Reserve, die einfach mehr taten, besser in die Zweikämpfe fanden und auch verdient in Führung lagen. Der anfangs erwähnte Ausgleichstreffer durch Klaus fiel aus dem Nichts heraus. Vorher brachten die Wackeren außer einem Distanzschuss von Schneider nicht viel Nennenswertes auf den Jenaer Kasten. Mit einem gefährlichen Zintsch-Kopfball vergab Jena eine weitere gute Möglichkeit vor der Pause. Nach Wiederbeginn zeigten sich die Gäste deutlich engagierter und aktiver als noch zuvor. Plötzlich brannte es auch mal im Strafraum des FCC. Nach Kirchner-Hereingabe köpfte Dörnte knapp über das Tor (63.). Mit einer letzten guten Tat verabschiedete sich dann Wackers Nummer 1 aus der Partie.

„Kung Fu Fighting“ – Schröder (Jena) gegen Gümpel

Der zuvor eingewechselte Jaddoua kam aus zentraler Position frei zum Schuss. Doch Treiber konnte die Hundertprozentige entschärfen. Wenig später musste Philipp Seeland dann einen Torwartwechsel vollziehen. Rene Gurniak erhielt nach 45 Minuten in Eilenburg weitere Einsatzzeiten in der 5. Liga. Und der musste auch gleich vollzupacken. Kurz vor Spielende verabschiedeten dann die Heimfans ihren Kapitän André Schmidt, der nach 17 Jahren aktiver Zeit im „Jenaer Paradies“ sein letztes Punktspiel an der Oberaue machte. Doch den Schlussakkord in einer guten zweiten Halbzeit hatte Felix Schwerdt mit einer Doppelchance (88., 90.). Am Ende teilten sich die Reserven von Carl Zeiss Jena und Wacker Nordhausen die Punkte. Marcus Vopel, am Ende eine gerechte Punkteteilung? „Jein. Jena war besonders in der ersten Halbzeit spritziger als wir. In der zweiten Hälfte sind wir dann mutiger geworden. Wir können über den Punktgewinn zufrieden sein.“ Kann man sagen, dass die erste Halbzeit klar an Jena ging? „Ja eindeutig! Jena war viel gieriger und zielstrebiger in den Aktionen.“ Nach dem Seitenwechsel wart ihr sofort besser drin im Spiel. Wie fiel die Halbzeitanalyse vom Trainer aus? „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir uns mehr zutrauen und mutiger in den Aktionen werden sollten. Ich denke, dass man das in der zweiten Halbzeit dann auch gemerkt hat.“ Ein Wort noch zu Klausen (Torsten Klaus, Anm. d. R.). Der trifft auf seiner „Farewell Tour“ ja wie er will. Sollte er nicht seinen Rücktritt vom Rücktritt verkünden und noch ein Jahr dranhängen? „Klausen ist der Wahnsinn! Er kann wegen seines Jobs kaum trainieren, ist aber dennoch in wichtigen Momenten da. Er läuft zwar keinem mehr weg, steht aber oft da, wo er hingehört. Er ahnt solche Momente einfach. Den Instinkt hat er immer noch! Ich denke, da er auch nah an der Mannschaft bleibt, sollte er seine Fußballschuhe immer noch bereithalten.“

FC Carl Zeiss Jena II: Nils Ellenfeld (TW), Florian Giebel, André Schmidt (C, 89. Julian Zarschler), Marc Schröder, Nicola Jürgens (76. David Schirner), Maximilian Schlegel, Tom Krahnert, Moritz Kretzer, Nils Halbauer, Valentin Reitstetter, Laurens Zintsch (58. Mohammad Jaddoua).

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Lucas Treiber (TW, 78. René Gurniak), Nils Pfingsten-Reddig, Leon Gümpel, Marcus Vopel (C), Paul Kirchner (87. Florian Schröter), Erik Schneider, Felix Schwerdt, Gino Dörnte, Clemens Meinert, Mika Hess, Torsten Klaus (71. Lennart Liese). 

Tore: 1:0 Florian Giebel (27.), 1:1 Torsten Klaus (37.).

Zuschauer: 67

Trainerstimme: 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Die erste Viertelstunde war meines Erachtens ausgeglichen. Beide Mannschaften haben versucht, am Spiel teilzunehmen. Danach haben wir den Faden verloren. Nicola Jürgens hatte da gleich mehrere gute Chancen, aus denen auch die Führung für Jena hätte fallen müssen. Die Entstehung des Gegentreffers war für uns natürlich ärgerlich, aus dem Spiel heraus aber für Jena sicherlich auch verdient. In die Phase hinein, wo sie auf das 2:0 drückten, um das Spiel zu entschieden, machen wir dann ein tolles Tor. Erik Schneider setzte sich da wirklich gut durch, servierte eine super Flanke scharf in die Box hinein, wo Torsten Klaus dann den Ball mit dem Kopf über die Linie drückte. Ein wichtiger Treffer für uns, um wieder in die Partie hereinzukommen. Nach der Halbzeit haben wir uns neu geordnet, um mehr Zugriff zu haben und mutiger nach vorne zu spielen. Es war dann ein offenes Spiel, was beide Seiten für sich hätten entscheiden können. Am Ende geht das Unentschieden auch so in Ordnung. Nun freuen wir uns auf das Heimspiel gegen Bernburg, mit dem wir diese tolle Saison auch positiv abschließen möchten.“