FSV 63 Luckenwalde – FSV Wacker 90 Nordhausen II 0:0

Punkteteilung zum Saisonauftakt

Vopel und Jokanovic: „Stehen oder Seitenwechsel?“

„Wir freuen uns auf die Partie und wollen in Luckenwalde Paroli bieten! Wir haben dort in der letzten Saison einen Punkt geholt, warum sollte das nicht wieder funktionieren““ sagte Coach Philipp Seeland vor der Partie. Am Ende sollte er recht behalten! Im Gegensatz zum letzten Auswärtsauftritt im „Seele“ waren die Wackeren gerade im ersten Durchgang die Mannschaft mit den besseren Spielanlagen. Luckenwalde zeigte sich von der aggressiven Herangehensweise der Gäste ein wenig beeindruckt. Den ersten Nadelstich jedoch setzte Rohde nach einem Konter, als er den Ball verzog und in die dritte Etage drosch. Nach einer guten Viertelstunde meldete sich auch unsere U23 mit einem Kopfball durch Schwerdt nach Ecke von Pfingsten-Reddig zu Wort. Vierling verhinderte den Einschlag auf der Linie. Kurz darauf ein Luckenwalder Frustfoul an Andacic Höhe Trainerbank, dass die Nordhäuser Gemüter hoch erregte. Ansonsten ging es in einer gutklassigen Oberligapartie zumeist fair zu. Nach 30 Minuten schickte dann Luckenwalde-Trainer Jan Kistenmacher alle seine Ersatzspieler zum Warmlaufen. Der Letztjahreszweite lief Spiel und Ball weitestgehend hinterher. „So wird das heute nix werden, gloob ick“ sagte ein Fan des FSV in Blau und Gelb, der heute stolz das neue Heimtrikot präsentierte. Die Gäste zeigten sich zum Saisonstart in Spiellaune, ohne dabei jedoch zählbare Torchancen zu kreieren. Die hatte Luckenwalde durch Pascal Borowski und Antonin Hennig, die die Pille gefährlich auf den Kasten von Jokanovic brachten.

Kovac und Gümpel nehmen Koplin in die Zange

Kurz vor dem Halbzeittee musste Wacker-Coach Seeland notgedrungen wechseln. Erik Schneider ging mit muskulären Problemen vom Platz. Für ihn kam Jonas Ernst in die Partie (39). Nach Wiederbeginn ist es Dino Medjedovic, der den Ball aus aussichtsreicher Position knapp am Luckenwalder Tor vorbeizog (50.). Die Gastgeber fanden in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel. Daniel Becker hatte den Führungstreffer binnen 180 Sekunden gleich zweimal auf dem Fuß. Aber auch die wackere U23, die in der Schlussviertelstunde wieder stärker agierte, suchte ihrerseits nach Lösungen, um die Bude zu machen. Erst setzte Ernst den Ball per Distanzschuss am Kasten vorbei (75.), dann schloss Andacic über rechts kommend überhastet ab (78.). Ein Zuspiel zum mitgelaufenen Kores in die Box hätte womöglich die Nordhäuser Führung im „Seele“ bedeutet. Der eingewechselte Jose Raimundo Silva Magalhaes sorgte für viel Wirbel auf der anderen Seite. Und er vergab die 1000% tige Chance für den FSV 63, als er den Ball aus kurzer Distanz über das Aluminium zimmerte (86.). Bei dieser Aktion roch es allerdings nach Abseits. Wenig später ließ Wacker Nordhausen II seinerseits die Chance zum Lucky Punch sträflich liegen. Felix Schwerdt köpfte das Leder nach Flanke nicht ins, sondern knapp über das Luckenwalder Gehäuse. So blieb es am Ende bei einem torlosen Unentschieden. Eine Punkteteilung, die sicher gut und gern auch 2:2 hätte ausgehen können.

Kampf um die Lufthoheit – Andacic vs. Silva Magalhaes

Beide Trainer zeigten sich nach Spielende mit dem Ergebnis zufrieden. Es war ein Remis der besseren Sorte, bei dem die 375 Zuschauer im Werner-Seelenbinder-Stadion fußballerisch auf ihre Kosten kamen, jedoch auf Tore verzichten mussten. Marcus Vopel, Glückwunsch zum Punktgewinn gegen den vermeintlichen Titelanwärter aus Luckenwalde. „Vielen Dank. Wir freuen uns sehr über diesen Punkt!“ Die erste Hälfte ging spielerisch klar an euch. Ihr wart sehr dominant, aggressiv in den Zweikämpfen. Der Gegner schien davon etwas irritiert gewesen zu sein. „Man hat gemerkt, dass wir alle Bock hatten. Wir sind gemeinschaftlich als Mannschaft aufgetreten und haben auch so gespielt.“ Im zweiten Durchgang wurde Luckenwalde immer präsenter. Die wirkten dann besser eingestellt. „Luckenwalde hatte sich augenscheinlich mehr vorgenommen, was wir aber bis auf wenige Ausnahmen gut verteidigt haben.“ Die klarsten Dinger hatte Luckenwalde auf dem Fuß, aber auch ihr hättet einnetzen können. Unterm Strich ein gerechtes Unentschieden? „Der Punkt ist auf jeden Fall gerecht, es gab Chancen auf beiden Seiten. Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften!“ Inwieweit hemmt die Pokalpause jetzt den Spielrhythmus? „Ich denke gar nicht. Wir können uns jetzt in Ruhe auf Krieschow vorbereiten und dann freuen wir uns auf unser erstes Heimspiel in dieser Saison (17.8., Anm. d.R.).“

FSV 63 Luckenwalde: Konstantin Filatow (TW), Edgar Budde, Marcel Hadel (C), Clemens Koplin, Daniel Becker (76. Jose Raimundo Silva Magalhaes), Pascal Borowski, Frank Rohde, Tobias Göth (60. Nils Gottschick), Antonin Hennig (80. Aaron Bogdan), Lucas Vierling, Tobias Francisco.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Josip Jokanovic (TW), Nils Pfingsten-Reddig, Leon Gümpel (90. Kenan Smajlovic), Felix Müller, Mateo Andacic, Marcus Vopel (C), Stepan Kores, Erik Schneider (39. Jonas Ernst), Felix Schwerdt, Dino Medjedovic (61. Paul Kirchner), Vladimir Kovac. 

Tore: Keine

Zuschauer: 375

Trainerstimme: 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Wir hatten uns vorgenommen, hier etwas mitzunehmen. Dieses Ziel haben wir erreicht! Aufgrund der vielen Spielanteile gerade in der ersten Halbzeit haben wir uns meiner Meinung nach nicht mit einem Tor belohnt. Obwohl ich auch sagen muss, dass die klareren Chancen wohl bei Luckenwalde lagen. Mit dem Spiel an sich bin ich sehr zufrieden. Es war ein erster Gradmesser für uns. Wir haben gegen Luckenwalde einen Punkt geholt. Darüber sind wir sehr glücklich!“