FSV Wacker 90 Nordhausen II - FC Eilenburg 2:1 (2:1)

Seeland-Elf gewinnt „Karten-Spiel“ gegen Eilenburg

Gefoult in der Box – Lennart Liese

6 Gelbe und 2 glatt Rote Karten notierte der Unparteiische Magnus-Thomas Müller aus Weißenfels auf dem Spielberichtsbogen zur Oberliga-Partie Wacker Nordhausen II gegen FC Eilenburg. Seinen Höhepunkt des von diskutablen Schiedsrichterentscheidungen „scharf“ gemachten Spiels, sahen die 130 Zuschauer in der 60. Spielminute. Philipp Sauer stoppte Lennart Liese im Strafraum nur mit unlauteren Mitteln, was jedoch ohne Folgen für den Eilenburger Verteidiger blieb. „Da ich an Sauer vorbei war, hätte ich keinen Grund gehabt, mich im Strafraum fallen zu lassen“ gibt Liese zu bedenken. Die Situation lief ohne Unterbrechung weiter, der eben noch Gefoute sprintete nun dem ballführenden Sauer hinterher. „Danach gehe ich dann etwas ungestüm hin, um irgendwie noch den Ball zu klären“ reflektierte der 19-Jährige Nordhäuser Spieler die Situation, die Konsequenzen für ihn haben sollte. Nach übermotiviertem Einsteigen von Liese gegen Sauer rollte sich dieser an der Seitenauslinie. Rudelbildung vor der Wacker-Bank. Als sich die Situation halbwegs beruhigt hatte, kurze Absprache des Unparteiischen Müller mit Assistent Unger. Danach griff Müller in die Gesäßtasche und zog den roten Karton für Liese. „Die Rote Karte tut sehr weh“ so der des Platzes Verwiesene. Der Siedepunkt in dieser Begegnung war endgültig erreicht.

Rudelbildung vor der Wacker-Bank

Aber der Reihe nach. Im Vergleich zum Mittwochspiel gegen Inter Leipzig rückten Schröter, Ernst und Schwerdt für Ucar, Vassiliadis und den verletzten Vopel in die Startelf. Erik Schneider, ebenfalls angeschlagen, sowie Matthias Peßolat befanden sich nicht im Kader. Die Gäste aus Eilenburg erwischten im Südharz einen Traumstart. Abstimmungsprobleme in unserer Hintermannschaft begünstigten den Führungstreffer durch Majetschak, der den Ball nach Freistoß über die Torlinie stocherte. Wie schon gegen Hohenstein-Ernstthal waren bei der Seeland-Elf wieder Comeback-Qualitäten gefordert. Doch es sind zunächst wieder die Gäste aus Sachsen, die durch Maximilian Röhrborn weitere Torgefahr ausstrahlten. Der Wacker-Motor stotterte in der Anfangsphase ein wenig, um dann in der 16. Spielminute zu zünden. Eine schöne Einzelaktion von Florian Schröter leitete den Ausgleichstreffer durch Jonas Ernst ein. Unser Allrounder schildert die Situation aus seiner Sicht: „Ich nahm den Ball nach der guten Flanke an und wollte ihn unbedingt ins lange Eck zirkeln. Das der Ball so einschlug, macht mich einfach nur überglücklich.“ Ernst, der nach auskurierter Schambeinentzündung gegen Eilenburg sein Startelfdebüt feierte, brannte darauf, wieder auf dem Platz zu stehen.

Freudensprünge nach seinem Schlenzer zum 1:1 – Jonas Ernst

„Heute war es endlich soweit! Es war ein geiles Gefühl, endlich wieder über 90 Minuten schmerzfrei spielen zu können. Das Tor, vor allem aber der wichtige Sieg, waren dann noch die Highlights.“ Die Gastgeber wirkten nach dem Ausgleichstreffer immer noch unsortiert und den roten Faden suchend. „Konzentration jetzt. Wir haben uns reingebissen“ ermahnte Philipp Seeland seine Akteure auf dem Platz. Wackers Zweite tat sich gegen diesen kompakt stehenden Gegner schwer. In der 30. Spielminute wieder ein gefährlich vorgetragener Angriff der Gäste eingeleitet von Dimespyra, der Heidel in Szene setzte. Sein Schuß allerdings ging über das Tor. Vor der Pause sahen die Fans eine Sturm- und Drangphase der Wackeren, die Felix Schwerdt nach cleverer Vorarbeit von Marco Sailer mit dem 2:1-Führungstreffer gewinnbringend abschloß. Eilenburg blieb weiterhin brandgeführlich und hätte kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Kummer noch ausgleichen können. Frisch aus den Kabinen gekommen, sorgte Sauer für ein erstes Ausrufezeichen. Doch Wacker-Keeper Jokanovic ist vor dem Eilenburger am Ball. Die Begegnung nahm nun Fahrt auf und gipfelte dann in der eingangs erwähnten Situation mit der Roten Karte gegen Liese. Seeland reagierte daraufhin und stellte taktisch um. Vassiliadis ersetzte Gümpel.

Vorbereiter des Siegtores – Marco „Toni“ Sailer

Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten. Nach Foulspiel an Florian Schröter lagen bei beiden Seiten wieder die Nerven blank. Für den Wacker-Verteidiger ging es nicht mehr weiter. Hagen Pietsch kam in die Partie. Ab der 70. Spielminute herrschte dann nach Roter Karte gegen Eilenburg wieder zahlenmäßiger Gleichstand auf dem Platz. Dort herrschte bis zum Abpfiff viel Emotion, nenneswerte Torraumszenen blieben jedoch auf beiden Seiten aus. Die Hausherren brachten den knappen Vorsprung mit Willen und einer Portion Dusel über die Zeit. Wie zuvor schon Krieschow und Luckenwalde durfte auch Eilenburg die Rückreise ohne Punkte antreten. Unsere Regionalliga-Reserve holte aus der englischen Woche respektable 7 Punkte und hat nun erst einmal Zeit zum Durchatmen. Das nächste Punktspiel ist dann am 20.10. bei der Wismut in Gera.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Josip Jokanovic (TW), Nils Pfingsten-Reddig, Leon Gümpel (65. Panagiotis Vassiliadis) , Marco Sailer (83. Torsten Klaus), Paul Kirchner, Florian Schröter (73. Hagen Pietsch), Jonas Ernst, Felix Schwerdt (C), Lennart Liese, Robin Fluß, Mounir Chaftar.

FC Eilenburg: Andreas Naumann (TW), Philipp Sauer, Stephan Hofmann, Sebastian Heidel (C), Rene Winkler (46. Alexander Vogel), Dennis Kummer, Toni Majetschak, Maximilian Röhrborn, Benjamin Luis, Alexandros Dimespyra (74. Henrik Jochmann), Jonas Vetterlein (64. Sebastian Klemm).

Tore: 0:1 Toni Majetschak (4.), 1:1 Jonas Ernst (16.), 2:1 Felix Schwerdt (42.).

Zuschauer: 130

Trainerstimme:

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Wir sind schlecht reingekommen ins Spiel. In der Anfangsviertelstunde haben wir uns mit Rückpässen selbst unter Druck gebracht. Nach dem Rückstand haben wir uns in die Partie reingekämpft und deutlich mehr nach vorn investiert. Uns gelingt dann ein schönes Tor durch Jonas Ernst. Mich hat sehr gefreut, dass ausgerechnet Jonas in seinem Startelfdebüt gleich getroffen hat. Das 2:1 gebührt zu großen Teilen Toni. Wie er an der Grundlinie nachsetzt, den Ball erobert und dann auf Felix querlegt. Unser Ziel in der zweiten Halbzeit war es, dass dritte Tor zu machen. Das Spiel war sicherlich ein bisschen hitzig. Das war beidseitig jedoch so nicht geplant. Am Ende gewinnen wir mit 2:1. Ein super Abschluss der englischen Woche.“