VFC Plauen – FSV Wacker 90 Nordhausen II 1:1 (0:1)

Verdienter Punkt zum Rückrundenstart

Gute Besserung, Toni!

Tragische Umstände sollten den Rückenrundenstart der Seeland-Elf gegen den VFC Plauen begleiten. Nach dem Zusammenprall von Ruben Aulig mit Marco „Toni“ Sailer beim Abschlusstraining am Samstag lautete die Diagnose „Offener Schienbeinbruch“ beim berühmtesten Bartträger des Südharzes. Sailer wurde noch am selben Tag operiert. Auch Aulig sollte diese unglückliche Situation nicht ohne Blessuren überstehen.  So trat die Seeland-Elf ohne eine wichtige Säule im Spiel die schwere Auswärtsfahrt ins südwestliche Sachsen an. Bei der Erwärmung im Vogtlandstadion merkte Aulig dann, dass aufgrund des Malheurs vom Vortag nichts mehr ging. Ersatzkeeper Lucas Treiber, der sonst bei unserer U19 den Kasten sauber hält, sprang in die Bresche und bekam seinen ersten Pflichtspieleinsatz in der 5. Liga. „Ruben hat sofort beim Warmmachen signalisiert, dass es bei ihm nicht mehr geht“ erklärte der 18-Jährige. Für Treiber, einer der wackeren Aufstiegshelden des vergangenen Sommers, eine Bewährungsprobe der besonderen Art. Bei den Gästen standen Kauffmann und Häußler aus dem Profi-Kader mit in der Startelf. Die Ausgangssituation war klar.

Erster Oberliga-Einsatz für U19-Keeper Lucas Treiber

Der VFC aus Plauen hatte in der Hinrunde nur zwei von acht Heimspielen verloren. Den Gästen steckten vier Niederlagen in Folge in den Kleidern. In einer intensiven und körperbetonten Partie schenkten sich beide Mannschaften nichts. Die Wackeren hatten aus den letzten Begegnungen scheinbar ihre Schlüsse gezogen und waren vor allen um defensive Stabilität bemüht. Nach 21 Minuten prasselte dann die nächste Hiobsbotschaft auf die Gäste ein. Benjamin Kauffmann musste das Spielfeld mit Verdacht auf Kreuzbandriss verlassen. Für ihn kam U19-Spieler Kenan Smajlovic in die Partie. Treiber sah das Spiel seiner Vorderleute wie folgt: „Die komplette Mannschaft agierte von der ersten Minute an sehr konzentriert und war in den Zweikämpfen sehr präsent. Sobald wir im Ballbesitz waren, wurden wir direkt von den Plauener angelaufen. So waren wir gezwungen, viel mit langen Bällen zu operieren. Lenni, Torsten und Leon haben versucht, die Bälle vorne festzumachen, was gut geklappt hat. So kam es dann auch zur Führung. Lenni verlängerte einen Ball auf Torsten. Der rannte am Gegenspieler vorbei, sodass dieser das Foul ziehen musste. Aus 18 Metern haute Pfingsten ihn dann rein.

Versenkte einen Freistoß direkt – Nils Pfingsten-Reddig

In der zweiten Halbzeit dominierte Plauen das Spiel. Wir standen teilweise zu offen, sodass der Gegner immer wieder die Lücke fand. Nach dem Ausgleich machte Plauen weiter Druck, aber wir standen hinten sehr kompakt und ließen nichts mehr zu.“ In der 84. Minute sah Häußler wegen Zeitspiels die Ampelkarte. Die Hausherren konnten das Überzahlspiel gegen clever verteidigende Gäste jedoch nicht ausnutzen. So stand am Ende ein 1:1-Unentschieden auf der Anzeigentafel. Marcus Vopel, der das Spiel als Zuschauer verfolgte, war mit dem einem Punkt mehr als zufrieden. „Über das Unentschieden freuen wir uns sehr. So haben wir noch einen guten Abschluss geschafft. Es war ein schweres Spiel, aber den einen Punkt haben wir uns durch eine geschlossene Mannschaftsleistung mehr als verdient. Chapeau an die U19-Spieler. Die sofort funktionieren mussten und es auch taten.“ Auch für Felix Schwerdt fühlte sich der Punkt gegen heimstarke Plauener sehr gut an. „Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft! In so einer schweren Situation in Plauen einen Punkt zu holen, ist alles andere als selbstverständlich. Wir haben durch Zweikampfstärke und den absoluten Willen den Punkt mehr als verdient“ sagte unser Interimskapitän nach Spielende.

Verletzte sich in Plauen schwer – Benjamin Kauffmann

„Jetzt bin ich erst einmal mal froh, dass die Hinrunde vorbei ist und das dann im Januar  einige Verletzte wieder mit an Bord sein werden“ so Schwerdt, der zu guter Letzt das Wort an die Wackergemeinde und alle Fans richtet: „Als Mannschaft wünschen wir euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir bedanken uns für die tolle Unterstützung in der Hinrunde!“ Mit diesen Worten verabschiedet sich #DieZweite in die wohlverdiente Winterpause, die ihnen auch wahrhaftig gegönnt sei. Nach einer hoffentlich optimalen Rückrunden-Vorbereitung empfängt die Seeland-Elf am 24.02.19 den VfL 96 Halle zum nächsten Punktspiel im Albert-Kuntz-Sportpark.

VFC Plauen: Leon Seefeld (TW), Albijan Kameraj, Alexander Morozow, Stefan Schumann (C), Dimitrios Komnos, Aleksandrs Guzlajevs, Jan Hübner (78. Samba Fatajo), Stefan Fritzlar, Kevin Walther (84. Lucas Albert), Eric Ranninger, Patrick Grandner.

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Lucas Treiber, Nils Pfingsten-Reddig (21. Kenan Smajlovic), Leon Gümpel, Benjamin Kauffmann, Nils Mema, Johannes Emmert, Tim Häußler, Felix Schwerdt (C), Lennart Liese (76. Gino Dörnte), Robin Fluß, Torsten Klaus. 

Tore: 0:1 Nils Pfingsten-Reddig (44.), 1:1 Stefan Fritzlar (56.).

Zuschauer: 301

Trainerstimme: 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Wir sind überglücklich mit dem Punkt. Es war natürlich ein sehr kurioses Wochenende für uns. Mit den ganzen Vorfällen, die wir hatten und den ganzen Schwierigkeiten, die als Begleiterscheinungen herrschten. Nach der schweren Verletzung von Toni beim Abschlusstraining wurde die finale Einheit vor dem Plauen-Spiel abgebrochen. Sonntag mussten wir dann bereits vor dem Spiel zweimal wechseln. Ruben Aulig und Gino Dörnte konnten nicht auflaufen. Wir gehen also mit drei A-Junioren in die Partie und machen es tatsächlich unfassbar gut. Wir haben natürlich kein Offensivfeuerwerk abgebrannt. Wir wollten kompakt stehen, um so lange wie möglich die Null zu halten. Dann mussten wir während der Partie die schwere Verletzung von Benny Kauffmann verkraften und wechselten den vierten A-Junioren Spieler ein. Trotzdem konnten wir einige Nadelstiche setzen und gehen durch ein Freistoßtor von Nils Pfingsten-Reddig in Führung. Lucas hat uns im Tor wirklich geholfen. Er hat viele Sachen gehalten, hat das wirklich gut gemacht. In der zweiten Halbzeit wurde es für uns immer schwieriger. Der Gegner hat immer mehr in das Spiel investiert,  dem auch der Ausgleichstreffer gelang. Wir hielten deren Drangphase stand und waren defensiv weiterhin sehr stabil. Dann bekommen wir die Gelb-Rote Karte. Was dann besonders schmerzt, wenn du schon mit dem Rücken zur Wand stehst. Aber auch das haben wir mit mannschaftlicher Geschlossenheit überwunden. Mit dem Punktgewinn haben wir einen tollen und absolut positiven Abschluss. Es ist zwar nur ein Punkt, der für uns in der aktuellen Konstellation aber Gold wert ist! In der Winterpause werden wir nun versuchen, den ein oder anderen verletzten Spieler für die Vorbereitung fit zu kriegen. Sodass wir für die Rückrunde wieder eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bekommen.“