29. Spieltag NOFV-Oberliga Süd

„Wir wollen dort Paroli bieten!“

Lennart Liese umkurvt Jeffrey Wittlich

Am 29. und vorletzten Spieltag reist unsere Oberliga-Mannschaft ins „Jenaer Paradies“. Schiedlich-friedlich wird es dort allerdings nicht zugehen. Immerhin wartet dort die ambitionierte und spielstarke U21 von Drittligist FC Carl Zeiss Jena auf die Seeland-Elf. In der Hinrunde wurde die FCC-Reserve noch von Sportdirektor Kenny Verhoene in Doppelfunktion trainiert. Dann folgte das Aus für den 46-jährigen Belgier, der mit der Mannschaft in 15 Spielen 22 Punkte holte. Geschäftsführer Chris Förster erklärte gegenüber der TLZ Jena im Dezember 2018: „Mittlerweile müssen wir einschätzen, dass die Doppelbelastung nicht die richtige Wahl war. Deswegen wird Kenny Verhoene die zweite Mannschaft ab der Rückrunde nicht mehr betreuen. Das ist schon einmal sicher.“ Daraufhin wurde ein Postentausch vollzogen. Verhoene übernahm die U19-Bundesligamannschaft des FCC, U19-Trainer Christian Fröhlich das Ruder in der Oberliga. Unter Fröhlich holte man aus 13 Partien bereits 22 Punkte, wobei die Niederlagen im Vergleich zur Hinserie um 50% verringert werden konnten. „Hinten“ zeigt sich unser kommender Gegner also stark verbessert, was sie offensiv zu bieten haben, durften wir im Hinspiel erleben.

Den Ball im Visier – TORsten Klaus

Durch Jürgens, Nöding und Nahr nahm der Auswärtssieg im Südharz bereits nach 53. Minuten Gestalt an, der in der Schlussphase durch die Treffer von Klaus und Pfingsten-Redding allerdings nochmal zu wackeln drohte. Sogar der Ausgleich wäre noch drin gewesen. Philipp Seeland sagte damals sichtlich unzufrieden: „Wir haben 60 Minuten lang keinen guten Fußball gespielt. So kann man natürlich in der Liga auch keine Punkte holen.“ Wie schätzt der Wacker-Coach die Gemengelage vor der Partie gegen Jenas Zweite heute ein? „Es geht um Platz 5. Dadurch, dass wir nur zwei Punkte Rückstand auf Jena haben, ist es sicherlich die letzte Chance, den fünften Platz im direkten Duell anzuvisieren. Durch den Tag der Amateure hatten wir leider die Situation eines spielfreien Wochenendes. Das ist natürlich zum Ende der Saison hin, wo die Luft vielleicht eh schon etwas ausgeht, nochmal richtig hart ist, eine komplette Woche ohne Spiel gehabt zu haben. Dementsprechend heiß sind die Jungs, die nächsten zwei Wochen vor der Sommerpause nochmal Fußball spielen zu dürfen. Im Hinspiel haben wir nicht gut ausgesehen und 2:3 verloren. Da gilt es sicherlich noch was geradezubiegen. Wir wollen dort Paroli bieten und in die Partie alles reinhauen, was geht. Wir würden in Jena schon ganz gerne punkten. Was wir am Ende dort mitnehmen werden, wird sich zeigen.“

Es „reddigte“ auch gegen Jena II

Wie das Aufeinandertreffen des Fünften gegen den Sechsten im „Jenaer Paradies“ werden alle Begegnungen dieses, wie auch des letzten, Spieltages der Oberliga Süd allesamt an einem Sonntag ausgetragen. Frank Nicolai, zuständiger Spielleiter vom Nordostdeutschen Fußballverband, begründet dieses wie folgt: „Seit vielen Jahren ist das Verfahren gang und gäbe und ist durch unsere Ordnungen festgeschrieben. Eine Verlegung auf komplett Samstag wurde vor Saisonbeginn abgelehnt.“ Marcus Vopel, kannst du das nachvollziehen, dass u.a. auch Pfingstsonntag unbedingt gespielt werden muss? „Ich freue mich immer auf das Wochenende. Das heißt Spieltag. Die ganze Woche arbeiten wir dafür. Den Sonntag mag ich als Wochenendspieltag aber trotzdem am wenigsten. Freitags oder samstags wäre mir da lieber gewesen.“ Die Oberliga Süd bleibt ja mindestens ein weiteres Jahr Wacker. Hattest du in den Phasen, wo es nicht lief mal das Gefühl, dass es eng werden könnte? „Um ehrlich zu sein, nein! Ohne arrogant klingen zu wollen, aber wir haben echt viel Qualität in der Truppe. Wenn wir es schaffen würden, diese Woche für Woche abzurufen, dann hätte man vielleicht sogar um einen Podiumsplatz spielen können. Aber über unser erstes Jahr bin ich sehr zufrieden!“ Zum Ligaendspurt habt ihr nun Jena II auswärts und Pfingstsonntag Askania Bernburg vor der Brust. Der Wacker-Motor muss also bis zur letzten Sekunde auf Betriebstemperatur sein? „Definitiv! Wir haben auch alle Bock darauf. Fakt ist, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen wollen!“

Vergab die Chance zum 3:3 – Panagiotis Vassiliadis

Marcus abschließend gefragt. Zum letzten Auswärtsspiel einer Saison wählst du schon einmal ein anderes Beförderungsmittel als den Mannschaftsbus. Hast du deine Fahrradroute nach Jena schon geplant? „Darüber hatte ich kurz mal nachgedacht, aber die Idee auch ganz schnell wieder verworfen (Vopel lacht). Ich erinnere mich noch gut an die Radtour nach Meuselwitz und daran, wie mein Körper darauf reagiert hat. Außerdem nützt es niemanden, wenn ich mit brennenden Oberschenkeln auf dem Platz rumlaufe. Außer den Stürmern von Jena vielleicht. Deswegen nehme ich lieber ganz normal den Mannschaftsbus.“ Wackerfans, die unsere U23 nach Jena begleiten möchten, sollten sich am Sonntag auf Platz 3 im Ernst-Abbe-Sportfeld einfinden. Die Begegnung steht unter der Leitung des Unparteiischen Stefan Prager aus Gera, der an der Linie von Anne-Kathrin Steudemann und Linda Thieme assistiert wird. Anpfiff ist um 14:00 Uhr. Wacker-Coach Philipp Seeland hat noch einen besonderen Reisetipp für die Fangemeinde: „Der 2. Juni wird ein runder Fußballsonntag in Jena werden. Vor uns spielt die U19 gegen SCHOTT Jena ihr Hinspiel um den Landesmeistertitel. Der ein oder andere wird sicherlich schon früher anreisen, um sich das Spiel der A-Junioren anzuschauen. Es lohnt sich sicherlich für jeden Wackerfan, dort einmal hinzufahren, um erst bei den Junioren und danach bei uns zuzuschauen.“ Austragungsort bei den Junioren ist ebenfalls das Ernst-Abbe-Sportfeld, Anpfiff auf Platz 8 ist um 11:30 Uhr.