"Es ist derzeit sehr schwer, gegen uns Tore zu erzielen!"

Maurice Pluntke vor dem Babelsberg-Spiel

„Es ist derzeit sehr schwer, gegen uns Tore zu erzielen!“

Großen Anteil an der starken Abwehrleistung bisher hat unser Neuzugang aus Aachen Maurice Pluntke. Im Interview mit Sandra Arm spricht der 24-Jährige über seinen Wechsel nach Nordhausen, seine bisherige Leistung und seine Jugend bei Borussia Mönchengladbach.

 

Maurice, sechs Spiele, in denen du immer in der Startelf standest. Hattest du dir so einen Einstieg vorgestellt?

Für mich persönlich lief es bisher perfekt, ich habe immer gespielt. Die Mannschaft hat viele Punkte geholt, ist aus meiner Sicht gut in die Saison gestartet, wozu ich einen Teil beigetragen habe.

Aus sechs Spielen stehen erst zwei Gegentreffer in der Bilanz. Mehr als positiv, oder?

Auf jeden Fall. Das mache ich aber nicht nur von der Abwehrleistung abhängig, sondern da gehört die gesamte Mannschaft dazu. Unser Defensivverhalten fängt vorn an, wir verteidigen alle. Es ist derzeit sehr schwer gegen uns Tore zu erzielen.

An welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden?

Wir haben uns schon zwei, drei Mal schwergetan, die Gegner zu bespielen, sie auseinander zu ziehen, so dass sich Räume ergeben, um es dann in gegnerischen Hälfte etwas leichter zu haben. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir variabler im Ballbesitz sind, um uns noch mehr Möglichkeiten zu schaffen.

Welchen Einfluß hatten die ehemaligen Aachener Jerome Propheter und Joy-Lance Mickels bei deinem Wechsel?

Sie haben auf jeden Fall eine Rolle gespielt. Als beide nach Nordhausen gewechselt sind, habe ich mich auch mit den Ergebnissen von Nordhausen beschäftigt. Der Kontakt nach Nordhausen ist über meinen Berater zum Trainer entstanden. Als das Thema mit Wacker aufkam, hat man sich bei den beiden nach mir erkundigt. Sie werden schon ein gutes Wort für mich eingelegt haben, sonst hätte sich der Trainer und der Verein nicht für mich entschieden.

Wie ist das Verhältnis zu den beiden?

Das ist sehr gut. Ich kenne Lance seit meiner Jugendzeit bei Mönchengladbach. Wir haben gemeinsam dort angefangen. Jerome kenne ich aus der Zeit bei Alemannia Aachen.

Wie würdest du das Verhältnis zu Florian Esdorf beschreiben, mit dem du in der Innenverteidigung spielst?

Wir haben uns sofort verstanden. Hexe ist ein super, wenn auch etwas ruhigerer Typ. Bis jetzt hat es auf und neben dem Platz zwischen uns gut harmoniert und funktioniert.

Torhüter Jan Glinker meinte zuletzt, dass es ihm zu ruhig auf dem Platz ist. Die Mannschaft müsse lauter werden.

Ich denke, dass wir das ganz gut hinbekommen. Wir haben nicht nur die Viererkette, sondern davor mit Becks (Tobias Becker) und hinter uns mit Jan (Jan Glinker) Leute, die über genug Erfahrung verfügen und viel reden. Da sind wir auf dem richtigen Weg.

Warst du schon immer Verteidiger?

Nein, ich habe in den ersten Jahren als Stürmer angefangen und bin immer weiter nach hinten durchgereicht worden. Jetzt habe ich meine Position gefunden, auf der ich der Mannschaft am meisten helfen kann.

Du hast 12 Jahre in Gladbach gespielt. Was hast du aus der Zeit mitgenommen?

Ich bin drei Kilometer vom Stadion entfernt aufgewachsen. Ich habe jede Jugendmannschaft und die zweite Mannschaft durchlaufen – quasi das Fußballspielen dort gelernt. Für mich war es eine super Zeit, die ich absolut nicht missen möchte. Ich habe nach wie vor eine sehr enge Bindung zu diesem Verein und den Leuten, die dort arbeiten.

Von welchem Trainer konntest du am meisten profitieren bzw. lernen?

Unter Horst Steffen habe ich sehr viel gelernt. Er war drei Jahre in der B- und A-Jugend mein Trainer. Es war für mich eine Zeit, in der ich mich trotz meiner Verletzung noch mal gut entwickelt habe.

Was hat dir gefehlt, um ganz oben bei den Profis anzuklopfen?

Ein Grund ist, dass ich mich im ersten Jahr bei der A-Jugend schwer am Knie verletzte und niemand wusste, was es war. Ich bin durch ganz Deutschland gereist, habe sieben Ärzte darunter auch den Münchner Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt befragt – und nach 13 Monaten stand ich wieder auf dem Platz. Zuerst hieß es, dass meine Quadrizepssehne oberhalb der Kniescheibe entzündet war. Am Ende hat man auf den Bildern erkannt, dass die Sehne gerissen und schon vernarbt war.

Vom Aachener Tivoli bist du eine andere Kulisse gewöhnt. Wie nimmst du die in Nordhausen wahr?

Von der Kulisse und den Zuschauerzahlen lassen sich beide Stadien nicht vergleichen. Das war mit von Anfang an klar, als ich nach Nordhausen kam. Das ist für mich aber nicht das Wichtigste. Ich mag kleinere Stadien mehr, die gefüllt aussehen, als große, die dann sehr, sehr leer aussehen. Was ich am Sportpark sehr gut finde, dass die Tribünen so eng am Spielfeld sind. Da bekommst du als Spieler relativ viel mit. Natürlich ist die Erwartungshaltung von den Leuten in Nordhausen groß. Mit diesem Druck müssen wir umgehen können. Wir wissen aber auch genau, was wir vorhaben und welche Ziele wir verfolgen.

Am Mittwoch kommt mit dem SV Babelsberg 03 der Tabellendritte. Was erwartest du von dieser Begegnung?

Ich kenne die Liga und die Gegner gar nicht. Was ich aber weiß, dass wir vor der Partie durch Videoanalysen ausreichend auf den Gegner vorbereitet werden. Allein von der Tabelle hat Babelsberg bisher die meisten Tore erzielt, ist eine offensiv starke Mannschaft. Also treffen hier zwei Mannschaften mit Ambitionen aufeinander. Für mich hat das Spiel „Big-Point“-Charakter. Wer es gewinnen kann, wird einen weiteren Schritt nach vorn machen.

Mit welchem Ergebnis wärst du zufrieden?

Wichtig ist, dass wir gewinnen. Natürlich am liebsten zu Null. Ich gewinne aber lieber 4:3, als das wir 0:0 spielen. Im Endeffekt geht es darum, drei Punkte zu holen. Wenn wir weiter so gut defensiv stehen, ist es gut. Vorne werden wir unsere Torchancen bekommen und können immer ein Tor schießen, das haben wir stets gezeigt.