VfB 1921 Krieschow - FSV Wacker 90 Nordhausen II 0:3 (0:1)

„Ich ziehe den Hut vor den Jungs!“

Nichts ging mehr auf der A38

Die Anreise nach Kolkwitz stand unter dem Motto „Spitz auf Knopf“. Nichts ging mehr auf der A38. Zwischen Leipzig-Südost und Dreieck Parthenaue herrschte nach zwei Unfällen absoluter Stillstand. Die Zwangspause auf dem Asphalt sollte 75 Minuten andauern. Zusätzlich zur ohnehin schon langen Auswärtsfahrt eine weitere Ausnahmesituation für die Wackeren, die morgens um 8 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark Richtung Brandenburg aufbrachen. Auch die weitere Wegstrecke sollte durch Stop-and-go vor Baustellen nicht reibungslos von Statten gehen. Bedingt durch diese unvorhersehbaren Zeitverluste fand die Mannschaftsbesprechung gegen 12:45 Uhr kurzerhand im „Silberpfeil“ statt.  Co-Trainer René Taute vermutete, dass so etwas in all der Zeit erst wenige Male vorgekommen sei. Nach einer Odyssee von knapp 6 Stunden erreichte die Reisegruppe Wacker dann ihr Ziel, den Sportpark Krieschow. Das Spiel begann dennoch pünktlich. Wer nun glaubte, die Gäste seien aufgrund der Reisestrapazen schläfrig und träge, der wurde eines Besseren belehrt. Philipp Seeland ließ seine Mannschaft in einem 4-4-2 spielen, Kovac und Genausch rückten für Kores und Fluß in die Startelf. Nach Vorarbeit von Gino Dörnte war es Leon Gümpel, der den ersten Torschuss der Partie abgab (3.). „Männer belohnt euch!“ trieb Philipp Seeland seine Mannen an.

Traf nur neben das Tor – Gino Dörnte

Zuvor setzte Erik Schneider das Leder neben das Krieschower Gehäuse (12.). Auf der anderen Seite ist es Romano Lindner, der nach Eckstoß von Martin Dahm aus zentraler Position verzog (15.). Die Gäste aus Nordhausen sind die spielbestimmende Mannschaft. Nach gut 25 Minuten hätte man bereits mit 2:0 vorne liegen müssen. Die klarste Möglichkeit zur Wacker-Führung hatte Gino Dörnte. VfB-Keeper Oberschmidt zog im Luftduell mit Jonas Ernst den Kürzeren. Das Tor der Gastgeber war sträflich entblößt. Dörnte behauptete den Ball und zog direkt ab. Leider nicht in, sondern rechts neben das leere Tor (19.). Kurz darauf Aufregung auf der Gästebank. Die Südharzer wollten ein vermeidliches Handspiel im Krieschower Strafraum gesehen haben. Doch der Pfiff des Unparteiischen Eric-Dominic Weisbach aus Leipzig blieb aus. Es blieb das Spiel auf ein Tor. Von den punktgleichen Gastgebern sah man wenig. Nach einer halben Stunde ist es Dahm, der über rechts durchbrach, aber von Aulig an der Grundlinie gestellt werden konnte. Kurz vor der Pause klingelte es dann endlich im Krieschower Kasten.

Oliver Genausch lässt sich feiern!

Oliver Genausch traf zur wackeren Führung in die Maschen. Auch im zweiten Durchgang geht die erste gute Aktion wieder an die Gäste. Lennart Liese trieb den Ball über rechts nach vorn. Sein Pass von der Grundlinie in die Box findet mit Jonas Ernst einen Abnehmer. Toller Spielzug, Wacker erhöhte auf 2:0 (55.). Ernst, der nun erstmals in der Rückrunde knipste, sagte nach der Begegnung: „Da ich seit der Rückrunde als Stürmer agiere und in den Spielen gegen Halle 96 und Sandersdorf Abschlusspech hatte, freue ich mich umso mehr, dass der Knoten jetzt geplatzt ist und ich der Mannschaft weiterhelfen konnte. Ich hoffe, ich kann in den nächsten Spielen daran anknüpfen.“ 120 Sekunden später prüfte Genausch Oberschmidt. Den Abpraller verwandelte Ernst mustergültig zum 3:0! Doppelschlag?! Denkste! Der Treffer zählte nicht. Abseits! Krieschow schien zu keiner Zeit wirklich daran zu glauben, gegen diesen gut aufgelegten Gegner etwas Zählbares holen zu können. Auch der Dreifachwechsel von Trainer Toni Lempke in der 59. Minute änderte nichts an dieser Situation. Das Spiel machten weiterhin die Gäste, die durch Felix Schwerdt dann den Sack endgültig zu machten (80.). Unsere Zweite kann nach dem überzeugenden Heimerfolg über Sandersdorf auswärts nachlegen und bezwingt den VfB 1921 Krieschow, nicht minder verdient, mit 3:0!

Vorbereiter und Vollstrecker jubeln – Lennart Liese und Jonas Ernst

Mit zwei Siegen im Gepäck geht es am kommenden Wochenende zum Tabellenführer FSV Luckenwalde. Das die gerade einen richtigen Lauf haben, untermauert deren 9:0 Triumph über Blau-Weiß Zorbau. Gleichzeitig der höchste Oberligasieg der Saison. Marcus Vopel, die Anreise war ein richtiger Roadtrip. Trotzdem hatte man das Gefühl, den Krieschower steckten diese 6 Stunden in den Knochen, nicht euch. „Die Mannschaft hat das alles super gemeistert. Man hat nie gemerkt, dass wir schläfrig, schwerfällig, müde oder unachtsam waren. Ganz im Gegenteil. Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute hellwach und haben das Spielgeschehen bestimmt. Ruben (Aulig, Anm. d. R.) musste wenig einschreiten. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung.“ War es Handelfmeter in der 25. Minute? Was sagt der Kapitän? „Für mich ein klares Handspiel. Der Arm ist nicht am Körper angelegt. Der Krieschower bekommt den Ball eindeutig dran. Sogar das klare „Klatschen“ am Unterarm konnte ich über 40-50 Meter hören. Der Schiedsrichter hat es anders gesehen. Zum Glück war diese Situation nicht spielentscheidend.“

VfB 1921 Krieschow: Max Oberschmidt (TW), Erik Jeschke, Dennis Hildebrandt, Kevin Karow (59. Tim Richter), Romano Lindner, Florian Bernhardt (59. Philipp Knapczyk), Martin Dahm, Dennis Ladwig, Tobias Gerstmann, Paul Pahlow (59. Leo Felgenträger), Sven Konzack (C).

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Ruben Aulig (TW), Nils Pfingsten-Reddig (83. Mika Hess), Leon Gümpel, Vladimir Kovac, Marcus Vopel (C), Oliver Genausch, Jonas Ernst, Erik Schneider (80. Florian Schröter), Felix Schwerdt, Gino Dörnte, Lennart Liese (73. Hagen Pietsch). 

Tore: 0:1 Genausch (44.), 0:2 Ernst (55.), 0:3 Schwerdt (80.).

Zuschauer: 140

Trainerstimme: 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Vielleicht eine der besten Leistungen, die wir in dieser Saison abgeliefert haben. Einstellung, Laufbereitschaft und auch das Spielerische haben gestimmt. In der ersten Halbzeit hat Krieschow nicht wirklich einen Torschuss abgegeben. Zu einem super Zeitpunkt gelingt uns dann die Führung durch Oliver (Genausch, Anm. d.R.). In der zweiten Halbzeit haben wir gleich wieder an unsere Leistung angeknüpft und nachgelegt. Lennart Liese legte nach toller Vorarbeit auf Jonas Ernst ab. Jonas belohnte sich dann mit seinem ersten Rückrundentor. Als der Gegner dann dreimal wechselte, wurde es kurz ein wenig schwieriger für uns. Wir konnten uns aber schnell wieder ordnen und machten durch Felix Schwerdt den Sack zu. Ich ziehe den Hut vor den Jungs! Das sie nach der langen Fahrt und all der Strapazen so ein Spiel gezeigt haben.“