20. Spieltag Regionalliga Nordost

Punktspielauftakt beim Tabellenschlusslicht

Volksbank Sportpark Bischofswerda

„Durch den Beschluss des NOFV-Spielausschusses, wurden der Regionalliga-Mannschaft, lt. § 6, Ziffer 7 der NOFV-Spielordnung, neun Gewinnpunkte aberkannt“ heißt es auszugsweise in der Pressemitteilung vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV), die am 27.01.2020 herausgegeben wurde. Durch Beschlussfassung steht fest, dass der Aderlass unseres FSV Wacker 90 Nordhausen hervorgerufen durch die Insolvenz der Wacker Nordhausen Spielbetriebsgesellschaft mbH von offizieller Seite Auswirkungen auf das Tableau der 4. Liga hat. So muss nicht nur der Weggang von Topspielern verkraftet werden, durch den Punktabzug rutscht unsere Regionalligamannschaft zudem auf den zwölften Tabellenplatz ab! Sicherlich keine einfache Situation für die Jungs, die unserem Verein in schwierigen Zeiten treu geblieben sind und die nun gemeinsam mit den Verantwortlichen, Trainern und allen Fans die Kastanien aus dem Feuer holen wollen. Matthias Peßolat, müsst ihr, Berbe und du, dieser Tage nicht auch als Mentalcoach arbeiten? Wie bereitet man die Spieler, vor allem auch die jüngeren, auf solch eine Stress- und Ausnahmesituation vor? „Ich glaube das kann man nicht wirklich! Wenn man auf dem Platz steht, dann denkt man nicht an den Tabellenplatz oder an eine Insolvenz des Vereins. Man spielt Fußball! Weil man das aus Leidenschaft tut, weil man gewinnen möchte! So ging es mir zumindest immer“ erzählt Motivator Peßolat im Vorgespräch.

Motivator als Spieler und Trainer – Matthias Peßolat

„Peßo“ weiter: „Ich kann da natürlich nicht für alle Spieler sprechen. Aber in der Regionalliga Nordost muss man, so denken wir, in aller erster Linie Leidenschaft und Zweikampfbereitschaft zeigen. Wenn man solche Tugenden an den Tag legt, kommen die spielerischen Elemente ganz von allein. Von da her kann man die Jungs schwer oder gar nicht auf solche Situationen vorbereiten!“ In ersten Punktspiel seit dem Umbruch reist die Berbig-Elf am Sonntag (02.02.) zum Bischofswerdaer FV 08. Das Tabellenschlusslicht der Regionalliga Nordost überraschte in der Winterpause mit einer kuriosen Personalentscheidung. Der BFV 08 trennte sich von Fred Wonneberger und holte seinen ex-Trainer Erik Schmidt zurück ans Steuerruder! Wonneberger übernahm die Mannschaft erst im September 2019 von Schmidt und tritt nun nach Kurzgastspiel (gezwungenermaßen) wieder ins zweite Glied zurück. Denn der 53-Jährige soll Medieninformationen zufolge keine gültige Trainer-Lizenz besessen haben, sodass der BFV 08 hier womöglich gezwungen war, zu reagieren. Zusammen mit Erik Schmidt wollen die „Schieböcker“ nun den Klassenerhalt in Angriff nehmen. Nichts anderes haben auch die Gäste aus dem Südharz als erklärtes Ziel im Sinn. Für die wird das Hinspielergebnis nur tertiär eine Rolle spielen. Mit 8:0 wurde ein, an jenem Tag, indisponierter Bischofswerdaer FV 08 regelrecht aus dem Albert-Kuntz-Sportpark geschossen. Pichinot (3), Kammlott (3), Scholl und ein Eigentor von Sanin sorgten für den Kantersieg der Wackeren am dritten Spieltag.

Die Torfabrik im Hinspiel – Carsten Kammlott, Nils Pichinot

In der Gegenwart wird die Leichtigkeit des Seins von der harten Realität überschattet.  Zudem wird man hüben wie drüben versuchen wollen, die ersten Punkte nach der Winterpause nicht gleich auf dem Präsentierteller herzuschenken. Unseren kommenden Gegner verschlug es während der Rückrundenvorbereitung in ein Türkei-Trainingslager, wo sie in Side auf den FSV 63 Luckenwalde, Tabellenführer NOFV-Oberliga Süd, trafen und mit 1:2 unterlagen. Einen weiteren Test konnte die Schmidt-Elf gegen Sachsenligist FSV Budissa Bautzen mit 2:1 gewinnen. Unsere Wackeren haben in ihren Vorbereitungsspielen gegen Eintracht Northeim und VfL Wolfsburg II wichtige Erkenntnisse unter Wettkampfbedingungen gesammelt. Nun also steht der Punktspielauftakt kurz bevor. Peßo, kann man sagen, dass Sonntag das erste von sechszehn Endspielen ansteht? Oder wäre das zu martialisch formuliert? Ja, in unserer jetzigen Situation kann man das schon so sagen! Das es aufgrund der Kadersituation wohl eher gegen den Abstieg geht, ist für Wacker Nordhausen ein Stückweit eine neue Situation. Nix desto trotz sind wir natürlich immens froh, dass wir noch so viele, qualitativ gute, Spieler haben halten können. Aber auch mit den Jungs, die nachgerutscht sind, sind wir sehr zufrieden. Von deren Qualität sind wir absolut überzeugt, dass sie auch in der  Regionalliga bestehen können! Von daher ist uns da wenig angst und bange.“ Zuschauer werden sicher eine spannende und intensive Regionalligapartie erwarten dürfen, die unter der Leitung von Referee Pascal Wien aus Schildow stehen wird. An den Seitenlinien assistieren Tom Channir und Christoph Beblik. Anstoß im Volksbank Sportpark an der Wesenitz ist um 13:30 Uhr. Auf geht’s Wacker!