FSV Wacker 90 Nordhausen II – FSV Martinroda 3:1 (0:0)

Seeland-Elf gewinnt Nebelschlacht gegen Martinroda

„Alte“ Bekannte – Robert Fischer (Martinroda), Philipp Seeland

Der FSV Wacker 90 Nordhausen II gewinnt die Nebelschlacht gegen den FSV Martinroda verdient mit 3:1! „Pfeif das Spiel ab. Es sieht kein Mensch mehr was“ echauffierte sich Wacker-Coach Philipp Seeland über die vierminütige Nachspielzeit, die Referee Christopher Gaunitz aus Leipzig anordnete. Gaunitz, der in der „Suppe“ von Nordhausen abermals den Durchblick zu verlieren schien, leitete die Partie für den eigentlich angesetzten Tim Ziegler. So debütierte der 32-jährige Bankkaufmann aus der Sachsenmetropole in der Oberliga Süd. Der sicher etwas zu üppig ausgefallende Nachschlag sollte den Wackeren aber nicht zum Nachteil gereichen. Denn mit dem Schlusspfiff gelang Paul Kirchner noch der dritte Nordhäuser Treffer! „Man bin ich platt“ sagte unsere Offensivkraft unmittelbar nach Spielende, der sein Torekonto auf nun 6 Buden ausbaute. Es war in der Tat ein Kraftakt, bei dem beide Teams bis an ihre Grenzen gingen. In einer überschaubaren ersten Halbzeit ist es Ibrahim El Hajj, der die erste Torchance für die Gäste kreierte. Sein schön über die Mauer geschlenzter Freistoß nach Foulspiel an Andris konnte Treiber, der wieder das Wackertor hütete, parieren. „Das ist ein Torhüter“ schallte es nach dieser Glanztat anerkennend von den Rängen, wo sich bei nasskaltem und schmuddeligen Herbstwetter respektable 110 Fans einfanden! Auf der anderen Seite gab Kirchner seine Visitenkarte bei Martinroda-Keeper Konjevic ab. Da waren allerdings schon 30 Minuten von der Uhr. Der erste Durchgang endete torlos.

Markierte sein erstes Saisontor – Leonard Meitzner

Nach Wiederbeginn erwischten die Hausherren einen Traumstart. Der Pfiff des Unparteiischen war noch nicht ganz verstummt, da überrumpelte unsere U23 den Gegner und ging durch Leonard Meitzner in Führung (46.). „Es war mein erstes Saisontor und gleichzeitig ein sehr wichtiges für die Mannschaft“ so der „Lange“! Die Seeland-Elf setzte nach und traf wenige Minuten nach der Führung durch Kirchner ein zweites Mal. Doch das Tor zählte sehr zum Leidwesen des FSV aus der Rolandstadt nicht. In der Folgezeit ließ es unsere U23 ein wenig „schleifen“, sodass sich für den Gegner mehr und mehr Räume boten. Martinroda nutzte die Gunst der Stunde und bedankte sich mit dem Ausgleichstreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Hertel für so viele Freiheiten (62.). Wacker war nun gezwungen, wieder mehr zu investieren. Und das taten sie. Ein schnörkelloser Konter sollte zum Erfolg führen. Kenan Smajlovic mit der Balleroberung tief in der eigenen Hälfte. Sein butterweiches Zuspiel fand Erik Schneider, der über die linke Seite nicht zu stoppen war und das Leder mit Effekt in den Maschen versenkte (66.). „Es war mal wieder wichtig, ein Ligaspiel zu gewinnen! Umso schöner ist es, dass ich nach einem gut ausgespielten Konter auch mal treffen konnte“ sagte ein glücklicher Schneider nach dem Abpfiff. Doch die knappe Führung stand auf wackligen Beinen. Martinroda gab sich bis zum Schluss nicht geschlagen. Dabei hatte Hertel das dickste Ding für die Fischer-Elf auf dem Schlappen. Doch sein Volleyschuss ging deutlich über das Gehäuse.

Wacker triumphiert in der Nebelschlacht von Nordhausen

In der Schlussphase der Begegnung war an Fußballspielen eigentlich kaum noch zu denken. Der Nebel über dem Kunstrasenplatz wurde immer dichter und ließ eine freie Sicht auf die Dinge kaum noch zu. Das mutete schon sehr nach Loch Ness an, nur das Nessie nicht auftauchte, sondern die Zuschauer, wie eingangs erwähnt, „nur“ noch den dritten Treffer ihrer Mannschaft zu sehen bekamen! Marcus Vopel, Glückwunsch zu den drei Punkten! „Charaktertest bestanden“ lautet das Prädikat dieses Spiels, oder?! „Danke sehr! Wir haben das als Mannschaft gezogen! Dieses muss in unseren Köpfen bleiben, dass es nur gemeinschaftlich geht!“ Das 2:1 stand auf dünnem Eis. Dennoch habt ihr es (wieder) geschafft, einen Vorsprung ins Ziel zu retten. Wie stolz bist du heute auf deine Mannschaft? „Sehr stolz sogar! Ich denke, der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Es ist aber noch nicht wieder alles so gut, wie es am Anfang der Saison einmal war. Wir haben in diesem Kalenderjahr noch 3 Spiele, die wir erfolgreich gestalten wollen. Jetzt heißt es, die neue Trainingswoche wieder fokussiert anzugehen, um in Halle etwas mitzunehmen!“ 

FSV Wacker 90 Nordhausen II: Lucas Treiber (TW), Vladimir Kovac, Marcus Vopel (C), Paul Kirchner, Jonas Ernst, Erik Schneider, Felix Schwerdt, Kenan Smajlovic (90. Mika Hess), Dino Medjedovic, Simran Dhaliwal, Leonard Meitzner (76. Florian Schröter).

FSV Martinroda: Philipp Konjevic (TW), Marc Andris, Chris Giebel (59. Benjamin Hertel), Serdar Suliman, Tommy Müller, Justus Six, Jannis Zimmermann, Tom Nowak, Marc Fernando (76. Marcus Finn), Mateo Safradin, Ibrahim El Hajj.

Tore: 1:0 Leonard Meitzner (46.), 1:1 Benjamin Hertel (62.), 2:1 Erik Schneider (66.), 3:1 Paul Kirchner (90. +4).

Zuschauer: 110

Trainerstimme: 

Philipp Seeland (FSV Wacker 90 Nordhausen II): „Wir freuen uns riesig über die drei Punkte! Wenn man auf die Tabelle schaut, dann war dieser Dreier richtig wichtig für uns. Mir hat aber besonders gut gefallen, wie wir insgesamt aufgetreten sind! Bei den Jungs hat das Feuer in den Augen gebrannt! Das war richtig stark von der Mannschaft, den Willen zu zeigen und den Kampf anzunehmen, dass diese drei Punkte (wie wir es vorhatten) auch im Südharz bleiben und wir das Thüringenderby zu unseren Gunsten entscheiden! Trotz des überraschenden Ausgleichs haben die Jungs weiter Gas gegeben, so dass ich denke, dass wir am Ende hochverdient mit dem Sieg gelohnt worden sind!“