Wacker siegt überlegen gegen Meuselwitz

Starker Auftritt vor großer Kulisse

Starker Auftritt vor großer Kulisse

FSV Wacker 90 Nordhausen – ZFC Meuselwitz 3:0 (1:0)

„Hexe“ Esdorfs Kopfball prallt nach 18 Minuten von der Latte ins Tor, Florian Beil und Maurice Pluntke jubeln

Da staunten die 1146 zahlenden Besucher nicht schlecht, wie sich der ZFC Meuselwitz heute Abend präsentierte: selbstbewusst, offensiv, spielfreudig. Wacker spielte das von Anfang an in die Karten und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Florian Beil zog nach 3 Minuten das erste Mal ab, kurz darauf tauchte der wuselige Japaner Yajima halblinks vor Jan Glinkers Tor auf, verfehlte es aber im Abschluss deutlich. Eine Viertelstunde wogte die Partie bei sengender Hitze auf und ab, dann bekam der FSV das Spiel in den Griff und drückte mit großer Angriffswucht auf die Führung, die schließlich nach einem Becker-Eckball in der 18. Minute fiel. Der aufgerückte Florian Esdorf köpfte den Ball an die Lattenunterkante, von wo er ins Tor sprang. Noch vor einer reichlichen Woche im Hertha-Spiel sind solche Dinger wieder rausgekommen, heute ist es die hochverdiente Führung. Unbeirrt kombinieren die Uluç-Männer weiter, Marcell Sobotta reißt immer wieder Lücken, Beil kommt gefährlich über rechts und im Zentrum ackert Carsten Kammlott und kämpfte um jeden Ball, gibt sich in keiner Situation geschlagen und holt sich die Kugel auch in aussichtslosen Positionen wieder. Die Präzision im letzten Drittel fehlte aber noch und weil die Meuselwitzer trotz einer Druckphase kurz vor der Pause Wackers Abwehrbollwerk nicht knacken konnten, gingen die Spieler bei schwülen 30 ° C mit der knappen Nordhäuser Führung in die Kabinen.

Der Widerstand ist gebrochen: Esdorf, Becker und Kammlott jubeln

Nach dem Wechsel bringt Heiko Weber seinen zweiten Japaner Watahiki, am Spielverlauf ändert sich allerdings nichts. Wacker ist klar spielbestimmend und der ZFC spielt munter mit. In der 48. Minute konnte auch Jan Glinker endlich zeigen, was er drauf hat, als er einen Knaller von Trübenbach aus Nahdistanz im Stile eines Klassemannes parierte. Wenig später folgte die kurioseste Szene des Spiels. Sobotta schlägt einen Freistoß von halblinks vors Tor, wo der Ball in Pingpongmanier von einem zum anderen prallt und schließlich den Weg ins Tor findet. Ob es ein Eigentor von le Beau war, der als letzter den Ball berührte oder Kammlotts energischer Einsatz letztlich das Tor herbeiführte wurde unter den Journalisten heiß diskutiert. Mit dem Ergebnis, den Treffer dem Chipper anzurechnen. Viel eindeutiger war das entscheidende dritte Tor, das nach einer mustergültigen Kombination über links fiel. Der eingewechselte Mateo Andačić bediente überlegt Sobotta auf der linken Seite, der marschierte zur Grundlinie und flankte präzise in die Mitte, wo Carsten Kammlott aus der Drehung abzog und dem guten Pachulski mit zielgenauem Flachschuss keine Chance ließ. Spätestens in dieser 66. Minute war auch den anwesenden Rot-Weiss-Spielern und den Trainern Brdaric, Ziegner und Lieberknecht klar, wer hier heute als Sieger vom Platz geht.
Ein Kompliment aber trotzdem an die tapfere Meuselwitzer Truppe, die nie aufsteckte und weiter offensiv agierte. Vladímir Kovàč musste auf der Linie klären, Jan Glinker war in der 74. Minute nochmals zur Stelle und kurz vor Schluss rettete Andačić im eigenen Fünfmeterraum die Null.
In den sehenswert herausgespielten Gegenzügen hätte Wacker auch gut und gerne noch ein viertes Tor schiessen können. Das wäre aber dann vielleicht doch des Guten zu viel gewesen. Am Ende waren die Zuschauer hoch zufrieden mit ihrer Mannschaft und spendeten dankbaren Applaus. Der FSV ist in der neuen Saison angekommen und hat heute mit einer feinen und engagierten Leistung eine starke Duftmarke gesetzt. Jetzt kann mit breiter Brust am Sonntag nach Berlin-Lichterfelde zur Viktoria gefahren werden, um dort den hervorragenden Saisonstart zu veredeln.

FSV Wacker 90 Nordhausen: Glinker – Kovàč, Esdorf, Pluntke, Göbel – Becker, Müller (53. Andačić)- Genausch (69. Pichinot), Beil (82. Merkel), Sobotta – Kammlott

ZFC Meuselwitz: Pachulski – Albert, le Beau, H. Ernst, Raithel (46. Watahiki)- Stenzel, Weinert (68. Dartsch), Giannitsanis – Yajima, Trübenbach

Tore: 1:0 Esdorf (18.), 2:0, 3:0 Kammlott (55., 66.)

Zuschauer: 1146

Trainerstimmen:

Heiko Weber (ZFC Meuselwitz):

Bei einem 0:3 gratuliert man eigentlich dem Gegner zum Sieg, aber ich bin heute enttäuscht. Wir haben mit zwei Stürmern gespielt, wollten hier etwas holen. Nordhausen hat 2-3 Spieler, die nicht nur Regionalliga-Niveau haben. Heute hat Wacker unsere Fehler gnadenlos genutzt und wir haben deren Fehler nicht bestraft. Wir wollen so weiter spielen wie bisher und werden dann auch im Rückspiel gegen Nordhausen gewinnen.

Volkan Uluç (FSV Wacker 90 Nordhausen):

Wir haben schwer ins Spiel gefunden. Die erste Halbzeit war sicher nichts für Feinschmecker. Schließlich waren die Standards die Türöffner. Das zweite Tor kam im richtigen Augenblick und das dritte war wunderschön von meinen Jungs herausgespielt. Am Ende ein schöner Abend, wir haben zu Null gespielt und konzentrieren uns jetzt auf das Viktoria-Spiel. Und wie das im Rückspiel wird, werden wir dann in Meuselwitz noch sehen.